Interview mit 5Bugs

5BUGS, Alternativerocker aus Berlin, gaben am 1. Oktober ein Konzert im Kölner Underground. Etwa 200 Fans, mehrheitlich im Oberstufen- und Erstsemesterstudentenalter, darunter eine Vielzahl junger Mädels, verfolgten den energiegeladenen und schweißtreibenden Auftritt des Quintetts.

Hier die Bilder vom Konzert

Nach dem Konzert plauderten Bassist Daniel Kokavecz und Gitarrist Stefan „Snöt“ Fehling im Backstagebereich der Konzerthalle im Stadtteil Ehrenfeld gut gelaunt über den Auftritt, die Band und die Fans. Und verrieten, was ihr großer Traum als Musiker ist.

5bugs091001-071_hl_250x165Wie hat Euch der Auftritt gefallen?

Daniel: Sehr gut! Köln ist immer ein Highlight auf der Tour.

Stefan: Köln ist eine Stadt, in der viele Fans ins Konzert kommen und die Leute sind immer gut drauf.

In Köln habt ihr also schon öfter gespielt. Wie oft wart ihr schon hier?

Daniel: Ich würde sagen fünfmal. Unsere erste Show haben wir zusammen mit den Brainless Wankers im Sonic Ballroom um die Ecke gespielt. Ein ganz kleiner Laden, fast mehr schon eine Kneipe, aber sehr nett dort. Ich glaube, das war 2004 oder 2005.

Stefan: 2006! Das war in dem Jahr, als unser zweites Album herauskam.

Daniel: Dann war das wohl 2006. Danach haben wir die Subways im Luxor supported. Und dieses Jahr waren wir schon einmal im Underground.

Heute waren etwa 200 Fans beim Konzert – ist das die Größenordnung, vor der ihr üblicherweise auftretet?

Stefan: Man kann das nicht pauschal sagen, das ist regional sehr unterschiedlich. In Berlin zum Beispiel läuft es sehr gut; ins Kesselhaus, wo wir noch spielen, passen 1.000 Leute.

5bugs091001-066_hl_250x165Im Publikum waren ziemlich viele Teenies; 13- bis 14-jährige Mädels, die rumspringen. Ist das nicht komisch für euch, die Mitte, Ende 20 sind?

Daniel: Das ist etwas schwierig. Man kann sich so was ja nicht aussuchen. Und man kann ja auch schlecht sagen „ich find’s doof, dass ein junger Mensch schon einen guten Musikgeschmack hat“. Schließlich wollen wir nicht nur die coolen 25-Jährigen als Fans. Oder jene, die nur wegen unserer gut gebauten Körper kommen (Gelächter). Wir heben uns in jedem Fall von Bands wie Tokio Hotel oder anderen Mainstreambands ab, die auf Viva laufen oder in der Bravo sind. Die Leute mögen halt unsere Musik.

Ihr habt während des Konzertes „I Love Rock’n’Roll“ von Joan Jett & The Blackhearts gespielt. Ist das Eure Musik?

Daniel: Wir stehen natürlich auf Rock und Rock’n’Roll, und der Titel „I Love Rock’n’Roll“ sagt schon was über uns aus. Wir haben das für die Festivalsaison mit reingenommen, kommt schließlich gut an, aber wir mögen den Song. Es ist keineswegs so, dass wir solche Musik ständig hören würden, aber ab und zu gerne mal.

5bugs091001-018_hl_165x250Auf eurer Myspace-Seite steht, ihr macht Rock, Alternative, Pop; das ist ein breites Feld. Wie beschreibt ihr selbst eure Musik?

Stefan: Wir haben’s breit gestreut, denn es bleibt jedem selbst überlassen, wie er das nennt, was wir machen. Musik soll man schließlich hören und nicht darüber reden. Jeder soll sich unsere Musik anhören und dann selbst ein Bild machen.

Daniel: Wir sind nicht solche Genrenazis. Da kann sich jeder selbst entscheiden, wie er unsere Musik nennen will. Wir wollen uns selbst nicht in eine Schublade packen. Wenn das jemand machen will, soll er das tun. Ansonsten: Rock – Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang. Es muss Rock sein, das isset halt.

Welches sind eure Einflüsse, eure Gitarren- oder Basshelden?

Daniel: Hmm – jeder hat Bands oder Musiker, die er gut findet. Aber es gibt niemanden, über den wir sagen: So wollen wir klingen, so wollen wir Songs schreiben. Wir wollen niemandem nacheifern. Jeder von uns hört unterschiedliche Musik  und dieser Input macht unsere Musik aus.

Wie entstehen eure Songs? Wer ist bei Euch fürs Songwriting verantwortlich?

Stefan: Im Proberaum entwickeln wir zusammen die Songs. Aber die Ideen kommen von Flo und mir, wenn’s um die Musik geht und von Chris (Sänger Christian Dumhard; d. Red.), wenn es um die Texte geht.

Daniel: Wir sind keine Band, die in den Probenraum geht und anfängt zu jammen. Einer entwickelt den Song zuhause möglichst weit und kommt dann damit in den Probenraum. Daran arbeiten wir dann gemeinsam weiter.

5bugs091001-062_hl_250x165Bei Wikipedia liest man, dass dies eine „Abschlusstour“ ist, bevor ihr Euch ans neue Album macht (Die dritte CD „Best Off“ erschien im Januar 2009; d. Red.). Stimmt das?

Daniel: Man darf zwar nicht alles glauben, was man bei Wikipedia liest, aber das stimmt. Wir treten bis zum 10. Oktober auf, danach machen wir eine Livepause, um am neuen Album zu arbeiten. Früher war’s so, dass wir viel auf Tour waren und zwischendurch das Album geschrieben haben. Doch diesmal wollen wir konsequenter arbeiten, uns nicht ablenken lassen und konzentrieren uns nur aufs Album.

Existiert schon Material?

Daniel: Es gibt Ideen, aber noch nichts für die Öffentlichkeit.

Wann wird das neue Album soweit sein?

Stefan: Steht völlig in den Sternen. Es gibt kein Datum – wir werden sehen , was passiert.

Daniel: Wenn das Ding gut ist, kommt es raus. Wir haben keinen Druck, sind nach dem vergangenen Album frei, wir sind zu haben (lacht. Wir haben noch keinen Plan, mit welcher Plattenfirma wir arbeiten; oder ob wir mit Rockhit Records weitermachen. Alles ganz entspannt.

5bugs091001-068_hl_165x250Zu eurem Namen: 5Bugs – wie kommt ihr zu diesem und was hat das mit Käfern zu tun?

Daniel: Das hat mit Käfern nichts zu tun, sondern ist eine Abkürzung. Aber die Abkürzung ist geheim – die wird nicht verraten. Wenn in Berichten steht „die fünf Käfer waren wieder da“, das mögen wir jedoch nicht so gerne. Aber das mit einem Bandnamen ist halt so eine Sache. Wir sind ja jetzt auch schon über acht Jahre alt und den Namen kann man ja dann auch nicht mehr rückgängig machen.

Mit welcher Band würdet ihr gerne auf einem Festival zusammen spielen.?

Daniel: Jon Bon Jovi!!!

Nicht wirklich?

Daniel: Doch, klar. Jon Bon Jovi ist unser All-Time-Favourite; die alten Sachen selbstverständlich. „Runaway“ und solche Songs. Die neuen Platten kennen wir nicht so genau, die sind wahrscheinlich langweilig. Aber als er noch lange Haare hatte – das geht ab. Unser Traum ist ein Support von Bon Jovi vor 20 Jahren.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

5Bugs im Internet:

www.5bugs.com

www.myspace.com/5bugs