Neues Album „Backspacer“ – guter Wurf, Pearl Jam

Das vorherige Album, schlicht „Pearl Jam“ genannt, ist 2006 erschienen. Und so richtig Freunde haben sich die Heroen des Grunge, oder vielmehr eines der letzten, großen und guten Relikte der Anfang der 90er entstandenen neuen Richtung der Musik, damit nicht gemacht. Mit dem neuen Album „Backspacer“ wird dies aber wohl sicher anders werden.

pearljam-backspacer_180Erschienen am 18. September, glänzt „Backspacer“ durch ziemlich schnörkellosen Rock und zwei langsame, balladeske Titel. Alle elf Songs sind in gut 36 Minuten Laufzeit untergebracht. Ziemlich kurz, will man meinen, doch der Qualität der meisten der Lieder tut die Kürze keinen Abbruch. Und durch Zufall ist dies auch nicht entstanden:  „Lasst uns auch all das weglassen, was auf einem richtig großen Album nichts zu suchen hat“, erzählt Gitarrist Stone Gossard über das neue Werk. Es sollte ein großartiges Album werden, was Gossard, Eddie Vedder und Co. hinlegen wollten: „Unser Gefühl sagte uns: Lasst uns ein richtig großes Album aufnehmen“, so Gossard. Und in weiten Stücken ist Ihnen dies gelungen.

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Geradliniger Rock der guten Sorte

„Gonna See My Friend“, „Got Some“ und „The Fixer“ sind gute Einstiege in das Album, die jedoch zeigen, wo es auf „Backspacer“ langgeht: weniger Grunge der „alten Tradition“ denn vielmehr geradliniger Rock und Rock’n’Roll der guten Sorte. Ein gelungenes Gitarrensolo erwartet den Hörer auf „Amongst The Waves“ – hier, wie schon vorher bei „Got Some“ werden Erinnerngen an eines der grandiosesten Debütalben, „Ten“ von 1991, wach. Davon hätte gerne mehr auf „Backspacer“ sein können. Auszeit jedoch bei „Unthought Known“;  so was hätte man doch eher von Bon Jovi oder Bryan Adams erwartet: ein sich beinahe schon ins hymnische steigernder Titel mit energisch daherkommendem Piano – nein,  von Songs mit Stadionrockattitüde sollten Pearl Jam die Finger lassen.

Versöhnt wird man durch den Rock’nRoller „Supersonic“ oder das im typischen Pearl-Jam-Stil intonierte „Force Of Nature“, bevor „The End“ – sehr passend – in Singer/Songwritermanier den Schlusspunkt setzt. Viel bessser hätte es Bob Dylan auch nicht hinbekommen. „Backspacer“ ist eine sehr frisch klingende und gelungene Scheibe, auf der man sich aber das ein oder andere Mal die ganz großen Höhepunkte wie bei „Alive“ oder „Jeremy“ herbeisehnt. Aber in jedem Falle ist das Geld fürs Album gut investiert.

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