Konzertfotos: Laibach und Juno Reactor (Palladium, Köln, 19.12.2009)

Zusammen bestreiten sie im Dezember die „Heaven and Hell“-Tour, in Köln standen sie beim Weihnachtskonzert von New Model Army am 19. Dezember im Palladium vor diesen auf der Bühne: Juno Reactor und Laibach. (Fotos: Helmut Löwe)

Juno Reactor

Juno Reactor aus England, das Bandprojekt von Mastermind Ben Watkins, vermischt gekonnt Goa-Trance mit Ethnoeinflüssen. Zwischen die digitalen Sounds und Electrobeats fließen afrikanische Trommeln, spanische Gitarren und Klänge aus Asien ein. Auf der Bühne hat sich Watkins die musikalische, optische und tänzerische Unterstützung der südafrikanischen Perkussionstruppe Amampondo und von Ghetto Priest geholt. Juno Reactor legten im Palladium einen sehr gelungenen Auftritt weit jenseits des Folk-Rock-Punks New Model Armys hin, dem sich die Anwesenden trotz der Kälte in der der Halle auf Dauer nicht entziehen konnten und der mit sich von Titel zu Titel steigerndem Applaus bedacht wurde.

Laibach

Weit schwerer taten sich da Laibach. Die elektronischen Soundexperimente des musikalischen Teils des slowenischen Künstlerkollektivs „Neue Slowenische Kunst“ waren den meisten der bis dahin etwa 3.000 Zuschauer wohl etwas zu extravagant. Nicht wirklich verwunderlich, wenn ein Publikum dem Auftritt einer gitarrenlastigen Band entgegenfiebert und als Vorspeise zunächst getragene Klänge aus dem Synthesizer, Industrialslowfood, sparsamen Sprechgesang und leicht atonale Keyboardläufe vorgesetzt bekommt. Im Laufe des Sets zogen die Musiker um Sänger Milan Fras sowie Keyboarderin und Sängerin Mina Špiler mit EBM-lastigeren Titeln wie „Tanz mit Laibach“, „Alle gegen alle“ oder „Das Spiel ist aus“ das Tempo gehörig an, was die Kritiker unter den Zuschauern etwas versöhnlicher stimmte.