Mit Exit Ten auf Tour quer durch die Genres

Vorschusslorbeeren über die Livequalitäten Exit Tens gab’s ja genug  von der britischen Presse. Die Musikzeitschrift „Kerrang!“ schrieb unter anderem über das Quintett aus Reading, dass es eine von „Großbritanniens größten neuen Hoffnungen und besten Livebands“ sei. Bis nach Deutschland, respektive Köln, hatte sich dies aber offensichtlich nicht herumgesprochen: Zum Konzert Exit Tens im Underground fanden sich am 10. April nur etwa 50 Leute ein. Aber diese wenigen bekamen die Mixtur Exit Tens aus Prog-Rock, -Metal, Post-Hardcore, Alternative und diverser weiterer Stilrichtungen erstmals live in Deutschland zu hören.

Fotos vom Konzert

Genau dies, der erste Konzerttrip der Band in die Republik, mag wohl ein Grund gewesen sein, warum die Resonanz auf das angekündigte Konzert doch eher gering ausfiel. An der Musik kann’s nicht gelegen haben: Technisch ausgereift präsentierten sich die drei Steele-Brüder (Stuart/Gitarre, James/Bass und Chris/Drums) sowie Gitarrist Joe Ward und Sänger Ryan Redman auf der Bühne. Alles, was Musik der härteren Gangart zu bieten hat, gab’s zu hören, von heftigen Riffgewittern zum Beispiel bei „Technically Alive“ über variablen Schlagzeugrhythmus bis hin zu exotischen, kurzen Soloeinsprenklern Wards inmitten der Songs.

Kein genretypisches Screaming und Growling

Dank des klaren Gesangs Redmans allerdings, der komplett auf genretypisches Screaming oder Growling verzichtet, war’s nix mit der ganz harten Nummer. Zum Teil schrappten Exit Ten sogar knapp an Stadionrock vorbei – wobei auch live deutlich wurde, dass das neue Album „Give me Infinity“ gegenüber dem Debüt „Remember the Day“ weniger kantig und krachig ist, sondern deutlich massenkompatibler und mit mehr balladesken Elementen versehen. Der an jenem Abend letzte Song der Setlist, „Lion“ von der neuen Scheibe, weist zumindest klare Ausrichtung hin zu einer epischen Rockoper auf – und ließ Redmans Stimme reichlich Raum.

Fotos vom Konzert

Anscheinend ist die endgültige stilistische Ausrichtung Exit Tens noch nicht so ganz festgelegt, die Band wildert – noch – in vielen Ecken. Deswegen wohl auch wenig verwunderlich, dass Exit Ten auf ihrer Facebookseite Inspirationsquellen verschiedenster Genres angeben: Pearl Jam, Tool, Incubus, Foo Fighters, Elbow – Bands kreuz und quer durch die Ausprägungen des Rock. (Fotos: Helmut Löwe)

www.exitten.net