Dropkick Murphys

Dropkick Murphys‘ „Signed and Sealed in Blood“ etwas zu „eingängig und spaßig“

Könnte man sich wohl als rauhbeinige Band besser ankündigen als mit der Auskunft, dass die Jungs zurück und auf der Suche nach Ärger sind? Wohl kaum, wenn man nicht in Gefilden des seichten Pops, sondern irgendwo zwischen Irish Folk, Punk und Hardcore unterwegs ist. Tja, und genau so machen es nämlich die Dropkick Murphys auf ihrem neuen Studioalbum: „The boys are back and they’re looking for trouble“ heißt es im Refrain von „The Boys Are Back“, dem Opener von „Signed and Sealed in Blood“, welches am 11. Januar 2013 in Deutschland erscheint.

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Und die sieben Mann starke Truppe liefert mit dem Lied sofort einen Refrain, der sich auf den kommenden Konzerten der US-Band bestens als Mitgröhler für das Publikum eignen dürfte. In „Prisoner’s Songs“ werden die irisch-keltischen Wurzeln der Band ganz und gar deutlich: Instrumentierung über Gitarre, Bass, Schlagzeug hinaus mit Mandoline, Akkordeon, Harmonika lassen einen nicht an eine Bostoner Band denken, sondern an eine in einem düsteren Pub irgendwo im irischen Galway.  Darüber, wie auch über den anderen Songs der Dropkick Murphys, liegt der rauhe Leadgesang, den sich Al Barr and Ken Casey teilen.

Tätowierungen, die Geschichten erzählen

Casey ist auch derjenige, der über die Geschichten singt, die Tätowierungen auf den verschiedenen Körperteilen ihrer Besitzer erzählen. Im Video zu „Rose Tattoo“ tauchen viele Bilder von Tätowierungen der Dropkick-Murphys-Fans auf, die diese der Band zusandten, ebenso auf dem Innencover der Platte. Mächtig Punktempo gibt’s auf „Burn“, das trotz der hohen Geschwindigkeit, welche wohl zum wilden Pogen oder Crowdsurfen einlädt, nicht auf Tin Whistle und Banjo verzichtet. Das Prost auf „Jimmy Collins‘ Wake“ ist dagegen klassischer Irish Folk, wie ihn wohl auch The Pogues oder die Dubliners nicht besser hätten bringen können.

Apropos The Pogues: mit deren „Fairytale of New York“ von 1987, das von dem tollen Duett Kirsty MacColls und Shane MacGowans lebt, hat das Weihnachtslied „The Season’s upon us“ doch allzuviel Ähnlichkeit. Textlich fast ebenso, obwohl das erste eher in Richtung Verzweiflung geht, das zweite doch etwas zorniger daherkommt. „Es gibt genug zeitlose Weihnachtsklassiker. Es fehlen allerdings welche für den armen Depp, der alles verlor und keine, oder schlimmer noch, eine riesige Familie hat, in der einer furchtbarer als der andere ist“, so Casey zum Hintergrund der Textarbeit.

Zuviel der Eingängigkeit?

Mit den beiden Songs „The Battle rages on“ und „My Hero“ legt die Band noch einmal richtig derbe und in Punkmanier los, doch einige der Songs zum Ende der Platte hin wollen nicht so ganz zünden, klingen nach bereits einmal auf der Scheibe Gehörtem, wollen sich nicht so richtig im Kopf festsetzen, so wie es die Titel zu Beginn tun. So zum Beispiel weist „Out of the Town“ doch eine eher profane musikalische Strickweise auf. Liegt dies vielleicht daran, dass man mit dem neuen Album ganz anders sein wollte, als auf der vorherigen Scheibe „Going Out in Style“? Laut Casey ist „Signed and Sealed in Blood“ eine Platte, die „eingängig und spaßig ist, sowie eine Menge Lautsprecher beschädigen wird“. Vielleicht hat man es mit der Eingängigkeit ein wenig übertrieben.

Die achte Studioplatte der Dropkick Murphys macht sich in jedem Falle gut in einer Alternativeplattensammlung, man muss sich aber nicht grämen oder schämen, wenn man sie nicht besitzt. „Signed and Sealed in Blood“ ist veröffentlicht auf  Born & Bred Records und wird in Deutschland von Cooperative Music vertrieben. Die Platte mit ihren zwölf Songs hat eine Laufzeit von 40:50 Minuten. (Fotos: Kerry Brett)

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Anspieltipps: The Boys are back, Prisoner’s Song, The Battle Rages on

www.dropkickmurphys.com

Dropkick Murphys auf Tour in Deutschland 2013 (mit Frank Turner)

25.01. – Hamburg, Sporthalle
26.01. – München, Zenith
27.01. – Berlin, Columbiahalle
31.01. – Düsseldorf, Mitsubishi-Electric-Halle
01.02. – Mannheim, Maimarkthalle
04.02. – Leipzig, Haus Auensee