Shaka Ponk lassen „Geeks“ endlich offiziell in Deutschland toben

Während des Urlaubs entdeckt man so manches Mal Erstaunliches,  Gutes, Schönes: Den wunderbaren Ausblick auf betörende Landschaften, die atmosphärische und ursprüngliche Kleinstadt oder das ausgezeichnete kleine Restaurant mit den ganz großen Köstlichkeiten. Ab und an, seltener meist, aber dann umso überraschender, die einem bislang vollkommen unbekannte Band, die einen ganz, ganz, nachhaltigen Eindruck hinterlässt. So wie Shaka Ponk, deren Titel „Let’s Bang“ irgendwann im September 2012 auf dem Fernseher der Bar „Café de l’Hôtel de Ville“ im auvergnatischen Kleinstädtchen Murat zu sehen war.

Da, wo die Mucke laut ist

Das MTV-Video, ein Zusammenschnitt von Studio- und Liveszenen sowie Animationen, war wild und schräg;  die Musik eine Mixtur aus Partymucke à la The B-52s, Dancehall wie ihn Seeed machen und einer Metal-HipHop-Rock-Melange irgenwo in der Nähe der Bloodhound Gang – und wirklich stark. Und genau so ist das Album „The Geeks and the Jerkin‘ Socks“, welches bereits 2011 in Frankreich erschien, nun endlich auch in Deutschland den Importstatus verlässt, seit 8. Februar ganz offiziell als deutsche Veröffentlichung zu haben ist. „Let’s Bang“ ist der Opener der Scheibe, legt mit der ersten Textzeile „Saturday night in a dancing house I say (yeah yeah yeah yeah)“ sofort mal fest, wo der Hase den Rest der Platte langläuft: Nämlich dort, wo die Post abgeht, wo die Mucke laut ist, wo kein Platz und keine Zeit zum Luftholen ist.

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Die zwölf Songs, die gesamten 52:41 Minuten von „The Geeks and the Jerkin‘ Socks“ klingen, als müssten Shaka Ponk in eine Party mal so richtig Schwung reinbringen, die ermüdete Truppe ordentlich aufmischen. Nein, nicht so eine Party irgendwo in einem Club an den Kölner Ringen, in der Düsseldorfer Altstadt oder in einem Münchener Schickimickischuppen, wo Elektro, House, R’n’B oder Kirmestechno chartkompatibel aus der Anlage rumpelt und In-Hühner und coole Jungs beschallt. Sondern eine in einem irgendwie heruntergekommenen Keller eines Hamburger Studentenwohnheimes, in einer Spelunke im Berliner Prenzlauer Berg, bevor dieser bei der „Szene“ angesagt war, in einer Alternativdisko, in der man ungeachtet der Kleiderordnung laute und gute Musik hört, ohne Kompromisse abrockt.

Crossover, wie er sein sollte

Genau dazu haben sich Shaka Ponk augenscheinlich verpflichtet, schmeißen alle möglichen Musikstile von Metal über Rock, HipHop, Punk, Pop, Ska und wer weiß nicht, was noch alles, in einen großen Betonmischer, gießen aus dem durchgerührten Zement ein solides und eigenständiges Fundament. Man hört in den Songs Einflüsse von Mano Negra, Limp Bizkit, den Ramones, Red Hot Chili Peppers oder den bereits erwähnten B-52s, der Bloodhound Gang, Seeed, und vielen anderen bekannten Vertretern der unterschiedlichen Genres. Wer seine Phantasie spielen lässt, dem wird sogar Katy Perry einfallen. Dennoch kommt man nie in Versuchung, bei Songs wie „I’m a Lady“ zu sagen, „hey das sind doch Seeed“, „Old School Rocka“ klinge wie aus der Feder Limp Bizkits oder „Shiza Radio“ sei bei Mano Negra abgekupfert. Denn das gesamte Material klingt eben ganz deutlich nach Shaka Ponk, selten ist der Begriff Crossover treffender, als bei den sechs Franzosen und ihrem animierten Affen.

Ja, der Schimpanse Goz ist ein wichtiges Element der Shaka-Ponk’schen Kunst, die man auch über das Musikalische hinaus gut und gerne als Crossover bezeichnen kann, ja sogar muss. Denn Musik ist nicht alles: „Die Visuals sind für mich der Kern von Shaka Ponk“, so Sänger Fancois Charon alias Frah. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Bandwebsite wesentlich mehr bietet, als die allzuoft dröge Information und das standardmäßig eingebundene Video anderer Bands. Auf tv.shakaponk.com zeigt das Künstlerkollektiv, wie Internet für Bands richtig geht. Und nicht weniger in ein wildes multimediales Spektakel arten die Konzerte Shaka Ponks aus, bei denen Goz  auf einer Videoleinwand ständig präsent ist, die gesamte Halle in ungebremstes Tohuwabohu versetzt wird. „The Geeks and the Jerkin‘ Socks“ ist ein starkes Stück Metal-Pop-HipHop-Ska-Punk-Party-Rock, welches man nahezu uneingeschränkt – – sieht man von „My Name is Stain“ und „Dancing Dead“ mal ab – empfehlen kann. Sollten Shaka Ponk demnächst in der Nähe ein Konzert geben: nix wie hin! (Bandfotos: via Presse Totoutard)

„The Geeks and the Jerkin‘ Socks“ von Shaka Ponk hat mit seinen zwölf Songs eine Laufzeit von 52:41 Minuten. Die Platte ist auf dem französischen Label Tot Ou Tard erschienen und in Deutschland bei Rough Trade im Vertrieb.

Anspieltipps: I’m a Lady, Shiza Radio, Reset-after-all, Palabra mi amor

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