Monster Truck machen’s auf die schweißtreibende Art

Ihre Musik klingt, als wäre sie direkt aus den 70er Jahren ins Jetzt katapultiert worden: Monster Truck aus Kanada rocken unglaublich drauflos, ganz so in Sinne von Led Zeppelin, Deep Purple oder dem Trio Infernale, ZZ Top, bevor dieses die Synthesizer und Charts entdeckte. Das Quartett gibt einfach Gas ohne sich umzudrehen, schlägt den Weg des guten alten Old-School-Rock ein, ohne alt zu wirken.

Konzertfotos von Monster Truck im Kölner Luxor

Im Kölner Luxor überzeugten sich am 9. April 2014 gut 150 Fans von der Haudrauf- und Gib-Gas-Attitüde der Rockmusik der Kanadier. Der Hard-, Blues-, Boogierock  und Rock’nRoll Monster Trucks kam in der geschichtsträchtigen, kleinen und schummrig beleuchteten Konzerthalle an der Luxemburger Straße auf die schweißtreibende Art rüber.

Im Bühnenzwielicht gaben Sänger und BassistJohn Harvey, Gitarrist Jeremy Widerman und Schlagzeuger Steve Kiely ordentlich Gas. Nein, kein solches, das in Geschwindigkeit und hohes Tempo umgesetzt wird, sondern solches, das enorm viel Druck erzeugt. Ach ja, nicht zu vergessen Organist Brandon Bliss, der an seinem Nord-Electro-4-Keyboard den klassischen Hammondorgelsound fabrizierte und damit einen nicht auffälligen aber ständig präsenten Rhythmus lieferte.

Etwas Spezielles und Gutes

Die beiden EPs Monster Trucks sowie deren Ende Mai 2013 erschienenes Debütalbum „Furuiosity“ gaben noch nicht ganz so viel Songmaterial her, sodass sich die Band nach gut 70 Minuten verabschiedete. Der Gedanke an ein eher kurzes Konzert war aber recht schnell verflogen, denn solch deftige Sounds, die zwar traditionell aber nicht old-fashioned klingen, tauchen in der aktuellen Bandlandschaft leider nicht im Übermaße auf, sind durchaus etwas Spezielles und eben einfach etwas Gutes.

Konzertfotos von Monster Truck im Kölner Luxor

Und mit der Vorband The Arkanes hatte das Tourmanagement ein glückliches Händchen bewiesen. Die Band liegt voll und ganz auf der Schiene des eher rauen und dreckigen Rocks, der sich ein wenig an den Genres Garage und Indie bedient. Das Quartett aus der Heimat der Beatles hat mit diesen also kaum mehr als Liverpool gemeinsam – nichts also mit dem altbekannten Merseybeat. (Fotos: Helmut Löwe)