Tracers „Water for thirsty Dogs“ und das fehlende Aha!

Schon irgendwie komisch: in der Wikipedialiste der australischen Bands taucht ihr Name überhaupt gar nicht auf. Und dabei haben Tracer bereits drei Alben veröffentlicht. 2011 erschien „Spaces In Between“, das Debütalbum der Jungs aus Adelaide – mit „Water for thirsty Dogs“ haben sie am 24. Juli 2015 ihre neuste Scheibe unters Volk gestreut. Und was Sänger sowie Gitarrist Michael Brown und seine Kumpels vom Stapel lassen, muss sich absolut nicht vor anderem Rockmaterial verstecken. Tja, anscheinend ergeht es Tracer leider so wie anderen Bands von Down Under, die in Europa ein Schattendasein führen, sofern sie nicht AC/DC heißen.

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Auf „Water for thirsty Dogs“ rocken Tracer einfach mal munter drauflos. Den Stonerrock, der dem Trio immer wieder untergeschoben wird, hört man nicht als das große Aushängeschild heraus. Dazu klingen Tracer nicht wirklich staubtrocken und dreckig genug. Klar, Anklänge davon existieren, doch ist die Scheibe ziemlich sauber und eingängig – die fette musikalische Herausforderung kommt nicht ganz durch. Na gut, hin und wieder doch: „The Machine“ weicht klar ab vom Rock, der geradeheraus losgeht. Brown, Bassist Jett Heysen-Hicks und Drummer Andre Wise arbeiten mit Tempiwechseln, flechten knurrige Parts ein. Hey, das gefällt aber wirklich!

Der letzte Kick, das Aha fehlt

Ebenso aus der Rolle fällt „Astronaut Juggernaut“, dass mit verzerrteren Gitarren gut und gerne als fetter Midtempometaller durchginge. Ein echte rassiger Rocker! Böse allerdings „Homeward Bound“ – hier meint man doch fast, Bryan Adams hätte seine etwas hardrockigeren Finger musikalisch im Spiel. Da will man doch wohl nicht etwa auf die Charts schielen? Reif wäre der Songs dazu allemal. Mit „Water for thirsty Dogs“ liefern Tracer eine Platte ab, mit der man nicht viel falsch machen kann. Aber genau das ist das Problem: Ob man das Album erstmals hört, das fünfte Mal oder das zehnte Mal – es tut sich keine Veränderung auf, die Scheibe bleibt so wie sie ist. Gut zwar, ziemlich gut sogar, könnte aber deutlich besser sein; der letzte Kick fehlt dann doch. (Bandfoto: bjwok.com)

Anspieltipps: Us against the World, Astronaut Juggernaut, The Machine

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