Alter Bridge lassen „The Last Hero“ mit den Muckis spielen

Drei Jahre nach der Veröffentlichung des verdammt starken „Fortress“ bringen Alter Bridge mit „The Last Hero“ ihre neue Studioscheibe auf den Markt. Eine Scheibe, „so vielseitig und resolut, wie wir es kaum zu träumen wagten“ – wenn man der Plattenfirma Glauben schenken darf. Na ja, das mit dem Träumen ist dann doch ein wenig zuviel, obwohl die Erwartungen an die fünfte Platte des US-Quartetts vor allem nach der Vorabveröffentlichung des kraftvollen „Show me a Leader“ hoch waren. Vorab schon mal das Gute: Mit „The Last Hero“ werden Alter Bridge den hohen Erwartung weitgehend gerecht. Wie man es von der Band und ihren bisherigen vier Alben kennt streifen die Musiker alle jene Rockgenres, die man als Hörer goutiert: von melodiösem Hardrock über modern-melodische-Rocksounds bis hin zu metallisch-derben Sounds.

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Der wuchtige und gleichzeitig melodiöse Einstieg durch das schon bekannte „Show me a Leader“ setzt sich auf dem folgenden „The Writing on the Wall“ fort. Gitarrist Mark Tremonti kann hier seinem Spaß an gehörig Schwermetallischem freien Lauf lassen und sich gitarrenmäßig austoben. „The other Side“ weist leicht doomigen und rifflastigen Charakter auf, tempomäßig etwas weniger flott als die zwei vorangehenden Songs, mutiert das Stück dennoch zu einem echt heftigen Titel. Ein ganz anderes musikalisches Kapitel schlagen Alter Bridge dagegen mit „My Champion“ auf: Das hätte auch von Bon Jovi kommen können, oder von Bryan Adams, sofern er einen rockigen Tag hat. Dem Song haftet leider ein Hang zu Peinlichkeit an – bei aller Liebe, es hätte wirklich nicht sein müssen, sich seichtem Charthardrock zu widmen.

Wie man Druck aufbaut und gleichzeitig melodisch ist

Wie es anders gehen kann, wie man Druck aufbaut und gleichzeitig melodisch wirkt, zeigen Alter Bridge auf „Poison in your Veins“ oder „Losing Patience“: So kennt man Sänger und Gitarrist Myles Kennedy, Tremonti, Bassist Brian Marshall und Drummer Scott Phillips, so findet man sie gut. Da drückt man bei „Oh-oh-oh“-Chören auch gerne mal ein Auge zu. Einen Hauch von Bombast in Musemanier verbreitet „This Side of Fate“, dessen Tempo zwischen Ballade mit Akustikgitarrenbegleitung und großem Hymnnenrock mit ausuferndem Solo pendelt. Mehr deftig-balladeske Klänge in gewohnt guter Alter-Bridge-Manier gibt es auf „Cradle to the Grave“; da wartet gemäßigter Hardrock sanfteren Tempos mit Einschüben von Heftigkeit auf den Hörer. Ähnliches bietet „You will be remembered“, durchaus stadionrocktauglich, aber deutlich an der Profanität von „My Champiuon“ vorbeischrappend.

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Mit „Crows on a Wire“ schlagen Alter Bridge dann erneut wieder den Weg ein, den sie mit „The Writing on the Wall“ beschritten haben: da gibt es Schmackes mit viel Melodie. Genauso auf „Twilight“. Noch eine Schippe drauf legt die Band bei „Island of Fools“, das, wenn man von Kennedy ausgebremsten Gesangsparts mal absieht, den Stempel „klarer Schwermetaller“ aufgedrückt bekommt. Mit dem Titelsong verabschieden sich Alter Bridge dann noch einmal mit allem, was deren gute Songs ausmacht; abwechslungsreiche Kompositionen, Tempiwechsel, melodischer und moderner Rock, fetter Metaller. Von einigen wenigen Schwachstellen abgesehen legen Kennedy, Tremonti & Co. ein sehr gutes Album hin, lassen ihren hoffentlich nicht letzten Helden mit den Muckis spielen. (Foto: Pressefoto)

„The Last Hero“ von Alter Bridge hat 13 Songs und eine Laufzeit von 66:05 Minuten. Erschienen ist die Platte bei Napalm Records und wird von Universal Music vertrieben.

Anspieltipps: Show me a Leader, The Other Side, Cradle to the Grave, Island of Fools

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