The Adicts say “And it was so!” unexceptional

Punk ist ja gemeinhin bekannt als Musik mit meist simplen Kompositionen, nicht gerade überbordender technischer Finesse, eher wenig Abwechslung im Songmaterial. Aber stattdessen als Musik mit ganz, ganz viel Energie, bei der es ohne viel Brimborium zu machen ordentlich was auf die Ohren gibt, Musik, die voll auf die Fresse zielt. Darum geht es im Punk – meist. The Adicts haben auf ihrer neuen Platte „And it was so!“ einiges davon. Und einiges davon, was Punk ausmacht, eher weniger.

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Weniger von voll auf die Fresse und weniger von ganz, ganz viel Energie packten die Briten auf ihr zehntes Studioalbum im 42. Jahre des Bandbestehens. Klassischer Vollgaspunk von der Insel mit Schmackes kommt nur sporadisch vor, so wie in „Fucked up World“ – das haut ordentlich rein. Auch bei „I owe you“ oder „Gimme something to do“ mag das Herz des Punkfans höher schlagen. Darüber hinaus geistern Sänger Keith „Monkey“ Warren und seine Kumpels auch gerne durch andere Genres. Sie schauen beim Glamrock vorbei, spinksen in den Powerpop hinein, bringen einen Hauch Swing ins Rennen – alles allerdings mit Punküberzieher.

Versetzung gerade noch geschafft

Abwechslung haben die Musiker aus Ipswich zwar reichlich im Angebot, so richtig zufriedenstellen will’s aber dennoch nicht. Manch ein Song dümpelt ziemlich mittelmäßig daher, hört sich danach an, als wäre er irgendwo zwischen Aufstehen und Frühstückmachen entstanden. „Talking Shit“ ist ein solcher Kandidat, mutet an wie eine spontane Probenraumsession. Der einprägsame Gitarrenlauf auf „Love Sick Baby“ hat sogar augenscheinlich ein bisschen was von Rainbows „Since you’ve been gone“.

Mit „And it was so!“ haben The Adicts ein Album veröffentlicht, mit dem man, bewertet nach Schulnoten, zwar noch versetzt worden wäre, aber so ganz ohne Glanz. Gerne etwas für The-Adicts-Fans, andere sollten da eher die Finger von lassen. Die Kollegen Peter and The Test Tube Babies haben zwei Monate zuvor auf dem gleichen Label mit “That Shallot” deutlich spannenderes zustande gebracht. (Foto: Promofoto)

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“And it was so!” von The Adicts hat zwölf Songs und eine Laufzeit von 39:10 Minuten. Das Album ist erschienen bei Arising Empire und wird von Warner vertrieben.

Anspieltipps: Fucked up World, Gospel According to me, I owe you

www.facebook.com/theadicts


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