Art Brut

Art Bruts “Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!” ist vertontes Leben

Man kann Allerweltsgeschichten aus dem Leben erzählen, manchmal sind sie belanglos, manchmal aufregend, manchmal lustig, manchmal findet sich der Zuhörer darin wieder. Man kann Allerweltsgeschichten aus dem Leben niederschreiben, so wie es Nick Hornby in „Fever Pitch“ oder „High Fidelity“ macht. Man kann Allerweltsgeschichten aus dem Leben verfilmen, so wie es viele gute britische Filme humoriger und tragischer Art wiedergeben. Man kann Allerweltsgeschichten aus dem Leben vertonen, so wie es Art Brut machen, auch auf dem neuen Album “Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!”.

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So vielfältig die Lebenssituationen sind, die Eddie Argos besingt, so vielfältig ist die musikalische Umsetzung derselben. Die zerplatze Liebesbeziehung in „Hope you’re very happy together“ geht mit munterem und skaverbrämtem Indiepoprock einher. Das Hadern mit einem Krankenhausaufenthalt in „Hospital!“ kommt im Gewand alternativem Indiepops daher. Musikalisches Dasein und künstlerischer Anspruch in „Kultfigur“ klingen nach atonalem und leicht experimentellem Britrock. Und wilde Partyabenteuer in „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!“ machen Art Brut auf die schwungvolle Art mit powerpoppunkig angehauchtem Indierock offenbar.

Warum große Poesie, wenn es auch auf die direkte Art geht?

Da ist also eine ganze Menge drauf und drin im neuen Werk von Art Brut. Musikalisch und inhaltlich. Liebhaber poetischer Texte kommen allerdings nicht auf ihre Kosten, das wird eben nicht über schwer zu interpretierende Dinge in einem schwer zu interpretierendem Leben gesungen, sondern einfach mal über all das, was jedem von uns jederzeit passieren kann: Krankenhausaufenthalte, wilde Partys, Hunger auf Cornflakes, nächtliche Streifzüge durch die Stadt, Selbstfeflexion und allerhand andere wichtige und unwichtige Ereignisse.

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So wie das Leben selbst nicht immer vom ganz großen Wurf geprägt ist, so ist auch „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!“ auch sicherlich nicht immer der ganz große Wurf. Aber die Scheibe bietet sowohl musikalisch als auch inhaltlich – anders als viele anderen Sänger ist Argos mit passablem Schulenglisch gut zu verstehen – so viel mit so viel Abwechslung, dass sich all jene ärgern sollten, die das Album nicht immer mal wieder rauskramen und auflegen. Manchmal ist das Einfache halt auch gut! (Foto: Pressefoto)

„Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!“ von Art Brut hat zwölf Songs und eine Laufzeit von 35:07 Minuten. Das Album ist erschienen bei Alcopop! Records und im Vertrieb von Soulfood.

Anspieltipps: Hooray, Too clever, Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!, Awkward Breakfast

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