Superseeds Debütsaat braucht noch Wasser, um super zu werden

Wow, die Jungs von Superseed aus dem englischen Bristol haben uns aber musikalisch ganz schön viel mitzuteilen. Schließlich packte die Band auf ihr Debütalbum, das ebenfalls sehr simpel „Superseed“ benannt ist, gleich mal 16 Songs drauf. Und das sind keine Songs mit knappen 2 bis 3 Minuten – die Platte kommt auf eine Laufzeit von deutlich über eine Stunde. Da fällt vielen anderen Newcomern deutlich weniger ein.

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So, Jungs – und genau das nämlich ist euer Problem, ihr, die einfach ohne Scheuklappen drauflosrockenden Superseed. Da sind auf dem Album neben einigen ziemlich feinen Rocksongs grungiger und schweinerockiger Art, wie zum Beispiel „Turn the Screw“, so manche Nummern, die ihr Potenzial verschenken. Des öfteren nehmen Superseed nämlich den schönen Schwung aus Liedern urplötzlich raus, bringen Elemente hinein, die einen glauben lassen, schon einen Song weiter zu sein.

Wenn man als Hörer aus der Bahn geworfen wird

Tempiwechsel, welche so irgendwie rein gar nicht zum Song passen wollen, sind eine den Höreindruck extrem mindernde Geschichte. Beispiel gefällig? Der forsche Opener „Time is now“ gerät zwischenzeitlich ganz aus den Fugen, man rätselt, ob man gar schon bei Titel zwei ist. Ebenso der lange Mittelteil des Drauflosrockers „Country Rockers“, der einen als Hörer wenig inspiriert aus der Bahn wirft, aus dem Rhythmus bringt. Der Sinn und Zweck der an die Housemartins erinnernde Passage im sechsminütige „This is the Way to go“ will sich ebenfalls nicht erschließen.

Und der Schwenk hin zu eher belanglos wirkenden Poprocksongs zum Ende der Scheibe hin hätte nicht wirklich sein müssen. Da überlegt man als Hörer schon mal, ob es denn keinen Produzenten gab, der Superseed klar machte, dass man nicht alles, was man an Kompositionen in der Schublade hat, auch auf Platte bringen muss.

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Manchmal ist weniger einfach mehr, daran haben sich Ben Taylor (Gitarre, Gesang), David Edgar (Gitarre, Gesang), Dan Armson (Gitarre, Gesang), Keith Bowers (Bass) und Matt Colley (Drums) leider nicht gehalten. Wenn das Quintett auf der Nachfolgescheibe straffer vorgeht und sich aufs Kerngeschäft konzentriert, fünf oder sechs Titel weniger produziert und in die 20 Minuten weniger Songmaterial mehr Aufwand steckt, kann womöglich was ziemlich Ordentliches draus werden. (Foto: Pressefoto)

Superseeds Debütalbum hat 16 Titel und eine Spieldauer von 66:42 Minuten, Die Platte ist aus dem Label Roar! Rock Of Angels Records erschienen und im Vertrieb von Soulfood.

Anspieltipps: Someone broke it, Interference, Turn the Screw

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