Misery Loves Co. - Zero

Misery Loves Co. und ein „Zero“, das nach Altindustrie klingt

Na hoppla, Misery Loves Co. galten in den 90er Jahren als sehr hoch gelobte schwedische Vertreter düsteren Industrialmetals. Wie schrieb der Metal Hammer einst? „wenn jemand eine Formel vorlegen sollte, wie Metal 1995 zu klingen hätte, dann könnte diese in drei Worten lauten: Misery loves Co.“. Dann, im Jahr 2000, erschien die letzte Scheibe der Band, sie löste sich auf. Das ist nun eine ganz schön lange Zeit her, seitdem hat sich einiges getan. Und auch bei Misery Loves Co.: 2019 brachten die Schweden mit „Zero“ ihr Comebackalbum an den Start.

In den 25 Jahren, seit der Metal Hammer Misery Loves Co. den Ritterschlag verlieh, haben viele, viele andere Bands nachgezogen, haben sich ebenfalls in Sachen Metal und Industrial sehr erfolgreich platziert. Können Misery Loves Co. Nun dagegen anstinken? Können die Größen von einst ihre einstige Größe wieder präsentieren? Na ja, nicht wirklich in vollem Umfang.

Wo bleibt das Fesselnde?

Misery Loves Co.„Zero“ ist zwar eine Platte mit ein wenig Death- und Industrialmetal, etwas Gothicrock, ein bisschen Elektronik sowie Alternativerock, doch scheinen die Misery Loves Co. dort steckengeblieben zu sein, wo der Metal Hammer sie 1995 verortete. In den 19 Jahren seit dem bis dato letzten Album „Your Vision Was Never Mine to Share“ ist bei Sänger Patrik Wirén, Gitarrist und Programmierer Örjan Örnkloo sowie Gitarrist und Bassist Michael Hahne nichts Exorbitantes passiert. Nett anzuhören ist „Zero“ durchaus, wirklich fesseln wollen einen die Songs jedoch nicht.

Mit „Suburban Breakdown“ legt die Band schwungvoll los, in the „Waiting Room“ bringen die Musiker etwas Brachiales unter, „Would you?“ klingt eingängig, jedoch abwechslungsreich – warum aber nur hat man nach dem Durchhören das Gefühl, dass vieles anhand einer einzigen Blaupause entstanden ist. Und warum hat man das Gefühl, dass das Garbage-Cover „Only happy when it rains“ unnötig ist? In 19 Jahren haben andere Bands sehr viel Vielfalt und Variation mit und in ihren industrialnahen Songs geliefert, da ist viel passiert. Man denke nur an die drei jüngsten Scheiben Killing Jokes. Misery Loves Co. hinken da mit „Zero“ jedoch leicht hinterher, ihr düsterer Industrial klingt eher nach Altindustrie. (Foto: Pressefoto)

„Zero“ von Misery Loves Co. hat mit zehn Songs eine Laufzeit von 54:10 Minuten. Das Album ist erschienen auf Sound Pollution und im Vertrieb von Black Lodge Records.

Anspieltipps: Dead Streets, Would you?

www.facebook.com/Misery-Loves-Co-100819526726770

miserylovesco1.bandcamp.com/album/zero

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