Ozzy Osbourne - Ordinary Man

Ozzy Osbournes „Ordinary Man“ ist alles andere als gewöhnlich

Endlich darf Ozzy Osbourne mal wieder sein kantiges „alright now!“ zu Beginn eines Studioalbums loswerden. So wie der Fürst der Finsternis im Jahre 1971 mit „Sweet Leaf“ Black Sabbaths „Master of Reality“ einläutete, so läutet er im Jahre 2020 – 49 Jahre später – sein neues Album „Ordinary Man“ ein. „Alright now“ ist nämlich das erste an Gesang, was Ozzy auf dem wuchtigen Opener „Straight to Hell“ – das mit virtuosem Slash-Solo glänzt – ins Mikrofon nölt. Und mit diesem „alright now“ schickt Ozzy einen ganzen Schwung sehr starker Hardrock- und Metalsongs auf seinem neuem Album ins Rennen.

„Ordinary Man“ ist das elfte Studioalbum Ozzys – wenn man von dem Coveralbum „Under Cover“ aus dem Jahre 2005 mal absieht. Zehn Jahr nach „Scream“ hat er mal wieder einige gute Musiker – und sehr bekannte obendrein – um sich geschart und mit diesen Songs zu CD gebracht, deren Qualität einen durchaus staunen lässt. Na gut, mit Gitarristen wie Tom Morello (Rage against the Machine) und Slash, Duff McKagan (Guns N’Roses) am Bass und einem Drummer wie Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) kann eigentlich nichts schief gehen. Und das tut es, bis auf den Totalausfall „Take what you want“ mit Rapper Post Malone, im Grunde genommen auch nicht.

„Es passte einfach alles zusammen“

Ozzy OsbourneNach allem, was Ozzy in der jüngeren Verhgangenheit zugeschrieben wurde – geistiger Ausfall, schwerste Krankheiten, ja Todeskämpfe gar – ist „Ordinary Man“ nun wirklich alles andere als gewöhnlich. Selbst unter Berücksichtigung der Parkinsonerkrankung Ozzys. Nahezu alles, was der Rocker, der Metaller, der Black-Sabbath- und Ozzyfan erwartet, serviert ihm der Prince of Darkness zusammen mit seinen Mitmusikern. „Es passte einfach alles zusammen“, schwärmt Ozzy übers Entstehen der Platte.

Ja, es hört sich wirklich ganz danach an, dass alles zusammenpasste. Schwere und wuchtige Metaller stehen neben deftigen Rockern und samt Piano und Streichern instrumentierten Balladen, von denen Ozzy auf den vergangenen Scheiben immer zu Genüge einstreute. Dieses Mal schmeißt er die Ballade „Ordinary Man“ zusammen mit einem anderen Exzentriker des Musikbusiness, mit Sir Elton John. Und die beiden schaffen es, dass der Titel in keiner Weise ordinär, gewöhnlich klingt. Sogar der schwülstige Piano- und Violinenschmus passt sehr gut.

Noch mehr Reminiszenzen

Ozzy OsbourneWenn Ozzy „Goodbye“ sagt, respektive singt, dann ist dieses auf Wiedersehen selbstverständlich nicht ohne Ecken und Kanten, nicht ohne Drehungen und Wendungen. Zwischen alternativ-doomig und traditionellem Uptempo-Heavy-Metal bewegt sich der Titel; und er birgt dank so mancher abrupter Tempiwechsel viel Abwechslungspotenzial. So wie der Einstieg von „Straight to Hell“ eine Reminiszenz an „Sweet Leaf“ ist, so ist der Beginn vom sehr, sehr starken „Eat me“ offensichtlich eine an „The Wizard“ auf dem Black-Sabbath-Debütalbum – der Mundharmonika sei’s gedankt.

Das auch bei Ozzy nicht alles Gold ist, was glänzt, das zeigt „Today is the End“, welches mit seinem kindeliedartigem Refrain allenfalls mittelprächtig daherkommt. Die kleinen grünen Männchen, über die Ozzy in „Scary little green Man“ singt, sind da schon aus etwas ordentlicherem Holz geschnitzt. Wenn mit „It’s a Raid“ gar alternativer Hardcore ertönt, dann ist der „Ordinary Man“ einmal mehr ziemlich ungewöhnlich. Da kann auch der autogetunte Post Malone als Sangesbegleiter herzlich wenig dran ändern.

Mit seinem neuen Studioalbum ist Ozzy Osbourne eine Platte gelungen, vor der man gerne den Hut zieht. Und mit einem Song weniger – der fiesen autotunegeschwängerten Post-Malone-Zusammenarbeit „Take what you want““ – wäre die Platte sogar noch besser geworden. „Ordinary Man“ von Ozzy Osbourne hat elf Songs und eine Laufzeit von 49:33 Minuten. Das Album ist erschienen bei Sony Music. (Foto Ozzy oben: Pressefoto; Foto Ozzy unten: Mark Weiss)

Anspieltipps: Straight to Hell, Ordinary Man, Goodbye, Eat me

www.ozzy.com

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