Mother Island - Motel Rooms

Mit Mother Island und „Motel Rooms“ in schwärmerischer Schwebe

Dass tatsächlich aus Italien so etwas kommt, so etwas wie „Motel Rooms“ von Mother Island, das macht staunen. Aus der Heimat von Discokönig Giorgio Moroder, dem Land von Schmusesänger Eros Ramazzotti kennt man solch etwas eher nicht. Ja, Blues und Rock mit Zucchero oder Gianna Nannini, Metal mit Lacuna Coil und Rhapsody of Fire – das verortet man in Italien.

Doch Psychedelic Rock im Stile der Doors und Jefferson Airplane, verbrämt mit Surfsounds und einem Hauch Garage Rock? Da hat man den Stiefel nicht auf dem Schirm. Doch genau in jenen Genres bewegen sich Mother Island – auch mit ihrem neuen Album „Motel Rooms“. Und das so verdammt cool, dass man sich während des Hörens knapp 40 Minuten lang in den 60er Jahren wähnt, sich einmal mehr den Besuch der Festivals in Monterey oder Woodstock vorstellt.

Sängerin Anita Formilan, die beiden Gitarristen Nicolò De Franceschi und Nicola Tamiozzo, Bassist Giacomo Totti sowie Schlagzeuger Nicola Bottene lassen die zehn Songs auf dem Album so unverfänglich und entspannt fließen, dass man als Hörer quasi aufgefordert wird, sich zurückzulehnen und akustisch zu genießen. Wer will, schnappt sich ein Glas Rotwein und pafft ein oder zwei Selbstgedrehte dazu. O.k. – sorry wegen des furchtbar abgeschmackten Klischees!

Trompete fürs Melancholische

Mother Island„Mit straffem Rhythmus und einer treibenden Melodie, einem obsessiven und ausgedehnten Crescendo, das den Zuhörer in eine schwärmerische Schwebe versetzt, wollten wir eine Art metaphorische Reise vorschlagen“, so sagt die Band über den Titel „Eyes of Shadow“. Mit straffem Rhythmus und treibender Melodie punkten Mother Island auch auf „Santa Cruz“. Eine schöne Twang-Gitarre und Trompete machen das melancholische „We all seem to fall to Pieces alone“ sehr besonders.

Hörer etwas älteren Semesters werden bei „Dead Rat“ vielleicht an das Jahr 1972 denken, als im WDR-Fernsehen der Vierteiler „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ lief: Dessen Titelmusik von Ingfried Hoffmann mit dem charakteristischen und knarzigen Hammondorgelsound spiegelt sich im vorletzten Song von „Motel Rooms“ auf erstaunliche Weise wider. Mit „Lustful Lovers“ schließen Mother Island die exzellenten „Motel Rooms“ opulent ab, verbreiten gar die Atmosphäre eines James-Bond-Titelsongs aus den 60er Jahren. (Foto: Pressefoto)

Motel Rooms von Mother Island hat mit zehn Songs eine Laufzeit von 37:26 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Label Go Down Records .

Anspieltipps: Till the Morning comes, We all seem to fall to Pieces alone, Dead Rat

motherisland.bandcamp.com

www.facebook.com/Motherisland

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