Creeper - Sex, Death & the Infinite Void

Creeper sind auf „Sex, Death & the Infinite Void“ weg von Punk und Emo

Vom Gothic-Pop-Punk und Emo, durch den sie sich auf ihrem Debütalbum „Eternity, in you Arms“ im Jahre 2017 bewegten, haben sich Creeper gut drei Jahre später weitgehend verabschiedet. Das Zweitwerk der Briten nämlich bietet eine erheblich größere Bandbreite an Genres: „Sex, Death & the Infinite Void“ streift Pop-Punk, Alternative, Glamrock, Britpop und -rock, Rock’n’Roll und auch Country. Das zwar nicht unbedingt sehr tiefgründig, doch das kurze Öffnen vieler Genreschubladen garantiert allemal viel Abwechlung.

Nach einem von Patricia Morrison gesprochenen Intro – die Gothic-Ikone, die auch schon mit Andrew Eldritch und The Sisters of Mercy musizierte, leiht ihre Stimme weiteren vier Zwischenspielen – starten Creeper auf „Be my End“ zunächst mit bekanntem Pop-Punk und theatralischem Gesang durch. Fans von My Chemical Romance dürfte solches erfreuen. Direkt im Anschluss jedoch machen es Sänger Will Gould und seine Mitmusiker auf „Born cold“ gleich mal anders: und zwar alternativer. Gould zeigt sich gesanglich hier von einer sehr variablen Seite.

Düsterer Bariton

CreeperBritpoprockig wie Suede, Blur und Oasis hören sich Creeper auf „Cyanide“ an. Mit „Paradise“ und „Poisoned Heart“ bekommen Creepper erneut Wendungen hin; und zwar solcher Art, dass durchaus Gedanken an Roy Orbison und Elvis Presley aufkommen, wenn Gould sich eines düsteren und melancholischen Baritons befleißigt. „Thorns of Love“ mit seinem Hauch Bombastattitüde im Refrain schnuppert Luft von Meat Loafs „You took the Words right out of my Mouth“. Und das ohne das Mitmischen von Jim Steinman.

Wer dann beim Duett von Gould mit Hannah Greenwood in „Four Years ago“ ein klein wenig an jenes von Nick Cave mit Kylie Minogue denkt („Where the wild Roses grow“), der muss sich nicht schämen – auch wenn die Creepers hier zwar balladesk sind, musikalisch allerdings weit weniger still, ruhig und reduziert als die beiden Australier. „Napalm Girls“ und Black Moon“ drehen sich dann wieder mit mehr Wumms hin zu hit- und charttauglichem Alternativepoprock, bevor sich Gould mit der von Streichern begleiteten Klavierballade zum Ende den sehr ruhigen Momenten widmet. (Foto: Pressefoto)

Das Album mit 15 Songs hat eine Spielzeit von 39:59 Minuten. Erschienen ist „Sex, Death & the Infinite Void“ von Creeper auf Roadrunner Records und wird von Warner Records vertrieben.

Anspieltipps: Born cold, Paradise, Napalm Girls

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