Scumbag Millionaier - Poor and Infamous, Cover

Scumbag Millionaire scheißen mit „Poor and Infamous“ auf Kohle und Erfolg

Auf Reichtum und Berühmtheit legen die vier Göteborger Musiker gar keinen Wert – auch wenn sie sich als Millionär bezeichnen. Na gut, als Drecksack- oder Mistkerl-Millionär. Nennt sich die schwedische Band doch Scumbag Millionaire. Und heißt das neue Album der Vier doch „Poor and Infamous“ (Arm und Berüchtigt).

Reich und berühmt werden Scumbag Millionaire mit dem Nachfolger zum vor zwei Jahren erschienenen Debüt „Speed“ wohl auch nicht werden – dafür haben sowohl die Musiker als auch die Hörer halt einfach Spaß an der Mucke, die laut, dreckig und schnell aus den Boxen dröhnt. Und das weitab jeglichen autotunegeschwängerten Seichtpops, der dann meist eher zu Ruhm und Rubel führt.

Und weiter geht die Fahrt

„Poor and Infamous“ macht ohne Unterlass dort weiter, wo „Speed“ zwei Jahre zuvor aufhörte: Dreckiger Rock’n’Roll im Stile von Motörhead und der Hellacopters, Schweinerock à la Danko Jones, Garagerock im Stile Iggy Pops und der Stooges oder Punkrock in bester Ramonesmanier – das ist es, was Scumbag Millionaire wollen und ausgezeichnet können.

Mit „Demi God“ gelingt dem Quartett ein cooler Uptempo-Schweinerock’n’Roller als Einstieg. „Inferno“ wirkt – und das keineswegs nur wegen des Songtitels – wie eine Verbeugung vor Lemmy, Phil und Mikkey, die als Motörhead das Rockbusiness doch unnachahmlich prägten.

Scumbag MillionaireHochgeschwindigkeit und Handbremse

Ihren Hut ziehen Sänger und Gitarrist Max Fiasko, Gitarrist Max L. Rose, Bassist Dennis und Drummer Adde auch vor den Ramones und anderen Punkgrößen. Und das mit den drei kürzesten Songs des Albums, welche nicht einmal zwei Minuten für ihre sehr aufmunternde Hochgeschwindigkeitsrunde brauchen. Hat „Cashing Cow“ etwa ein wenig „Blitzkrieg-Bop“-Luft geschnuppert?

Eines muss man der Scheibe allerdings attestieren: Im Gegensatz zum Vorgänger benutzen Scumbag Millionaire auf „Poor and Infamous“ doch des öfteren die Handbremse und nehmen einigen Songs das Schwungvolle. So sind zum Beispiel „You had it coming“ oder „One for the Road“ doch eher profanere Durchschnittsrockware denn guter und konventionsloser Haudraufrock. Egal – insgesamt darf man sich als Fan von dreckigem Rock über das schnörkellose Spiel der Göteborger in jedem Falle freuen. (Foto: Karl Granberg)

„Poor and Infamous“ von Scumbag Millionaire hat zwölf Songs und eine Spielzeit von 37 Minuten. Erschienen ist die Platte auf dem Label Suburban Records und wird vertrieben von Membran/The Orchard.

Anspieltipps: Demi God, Ain’t no Doubt, Subterranean Twist

www.facebook.com/ScumbagMillionaire

scumbagmillionaire.bandcamp.com

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