Bootblacks - Thin Skies, Cover

Bootblacks und „Thin Skies“ infizieren mit Wave & Co. der 80er

Wenn sich jemand im Jahre 2020 ausgiebig dem Post-Punk widmet, das Genre des Waves, des New-Waves und Dark-Waves sowie des synthiebehafteten Wave-Pops und Wave-Rocks im Fokus hat, dann kann er auf viele musikalische Vorbilder aus der Zeit der 80er Jahre zurückgreifen. Und sich in seiner Musik vom Geist der musikalischen Interpretation der Rockmusik mit erheblicher digitaler Begleitung durch Synthesizer und Sampler infizieren lassen – zum Beispiel von New Order oder Depeche Mode oder Ultravox oder OMD oder The Cure oder Echo and the Bunnymen oder Siouxsie and the Banshees oder Modern English oder, oder, oder.

Auch das, was die New Yorker Band Bootblacks so an Songs für deren Album „Thin Skies“ komponierte, atmet ganz viel der musikalischen Luft der 80er, als schwarzgekleidete Gestalten die Indiediscos der großen und kleinen Städte bevölkerten und sich auf der Tanzfläche durch dichtesten Kunstnebel manövrierten. Mit dem Opener „Traveling Light“ haben Bootblacks ja schon vor Albumveröffentlichung auf sich aufmerksam gemacht und eine sichere Duftmarke – vielmehr Hörmarke – gesetzt. Das, was auf dem Song punktete, das treibende Schlagzeug, der Synthieteppich und die flirrenden Gitarrensounds, das fährt auch auf dem direkt folgenden „The jealous Star“ ordentlich Zähler ein.

Bitte mehr solcher Ausrufezeichen!

BootblacksWenn „Hidden Things“ als weiterer feiner Wave-Dancefloorsong loslegt, hat das Titellied „Thin Skies“ mit reduziertem Tempo und deutlich melancholischeren Grundstimmung etwas Entspannung verbreitet. Die Synthielinie kann sich einem Touch 90er Techno nicht entziehen – etwas Moderne muss auch bei den New Yorkern sein. Was Bootblacks bis dahin leisteten, das legen sie auch mehreren der folgenden Songs in die Wiege: Rhythmusgestaltung, Hall auf den Synthieläufen, Gitarrensounds und schniekes Klatschen – so manche der Songs haben einen auffallend ähnlichen kompositorischen Hintergrund.

Wenn doch nur mehr Songs dies Schema so durchbrächen wie „Brouhaha“, welches durch seine unaufgeregte Aufgeregtheit ein Ausrufezeichen setzt. Mehr solcher Ausrufezeichen, und „Thin Skies“ wäre uneingeschränkt empfehlenswert – so ist es mit leichten Einschränkungen empfehlenswert. Ach ja, nicht vergessen werden sollte allerdings, dass Bootblacks sich zwar an Vorbildern orientieren, sich aber auf sehr angenehm Weise, und das anders als viele ihrer Kollegen, so weit von diesen absetzen, dass dem Quartett eine hohe Unverwechselbarkeit gelingt. Gut so! (Foto: Katrin Albert)

„Thin Skies“ von Bootblacks hat neun Songs und eine Laufzeit von 32:51 Minuten. Erschienen ist das Album auf dem Label Artoff Records und wird vertrieben von Cargo Records.

Anspieltipps: Traveling Light, Hidden Things, Brouhaha

www.bootblacks.net

bootblacks.bandcamp.com

www.facebook.com/bootblacksNYC

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