B-52s, Kate Pierson

Das Konzert der B-52s im Kölner E-Werk war ’ne heiße Partyzeitreise

Die einen kennen sie als „schmutzige kleine Tanzkapelle“, so wie das Musikmagazin Rolling Stone. Die anderen – die meisten Fans, Kritiker und sie sich selbst auch – eher als der Welt großartigste Partyband. Die Rede ist von den B-52s, der Band, die mit ihrer sehr tanzbaren Mischung aus New Wave, Rock, Funk, Punk und allerlei schräger Töne sowie obskurer Texte die Musikszene nachhaltig prägte. Das ist allerdings schon 40 Jahre her, damals, im Juli 1979, erschien das selbstbetitelte Debütalbum der Band aus Athens/Georgia.

Diese vier Dekaden bis heute hindern die drei Gründungsmitglieder Kate Pierson, Fred Schneider und Cindy Wilson jedoch nicht daran, mit Liedklassikern wie „Rock Lobster“, „Private Idaho“ oder „Love Shack“ im Sommer 2019 auf Tour zu gehen, auf Abschiedstour. Ein Konzert im Kölner E-Werk am 26. Juni gehörte auch dazu. An einem 26. Juni, an dem es so unverschämt heiß war, dass das E-Werk sich in eine Sauna verwandelte. Die Hitze in der ausverkauften Halle im Stadtteil Mülheim ließ die 2.000 Zuhörer im Publikum ebenso schwitzen wie die B-52s auf der Bühne.

Konzertfotos von The B-52s im Kölner E-Werk

Schmiss und Schmackes einfach dazugedacht

B-52s, Fred SchneiderTrotz der Hitze war die Party, die die großartigste Partyband der Welt gab, nicht wirklich unglaublich heiß. Wirklich wild auch nicht. Die Party war eher wie eine Studentenfete mit Protagonisten zwischen 60 und 70 Jahren alt, die ihre wilde Zeit als junge Erwachsene noch einmal Revue passieren lassen. Wenn es draußen 34 Grad Celsius ist und drinnen die brüllend heiße Luft steht, dann schaltet man als jemand von älterem Semester halt nicht mehr den Turbo ein, sondern lässt den Motor doch eher mal solide brummen. All jene Fans in der Halle, die „52 Girls“ oder „Channel Z“ als Songs mit ordentlich Schmiss und Schmackes kennen, die mussten sich den peppigen Drive der Titel an vielen Stellen halt dazudenken.

Nicht alles saß so einwandfrei wie eben jener „Rock Lobster“, den die B-52s in gewohnter und beliebter Manier als Zugabe rüberbrachten. Cindy, welche in ihrer knallgeben Spandexmontur mit überdimensionaler Perücke und ultragreller Schminke ein bisschen aussah, wie gerade erst vom „Planet Claire“ eingetroffen, wirkte nicht nur stimmlich leicht ermüdet. Wie gut, dass Kate in feuerroten Haaren und grünem Fransenmini das Heft in die Hand nahm und Ansätze einer Tanzmaus zeigte. Zudem trug ihr Gesang den Auftritt in ganz, ganz großen Teilen.

Konzertfotos von The B-52s im Kölner E-Werk

Reise in die eigene Partyvergangenheit?

War man denn als Besucher überhaupt vor Ort, um sich die B-52s-Partykracher von früher auch noch heute in Volldampfversion zu geben? So wie in den Konzerten vor 20 oder 30 Jahren? Oder war man dann doch eher ins Konzert gekommen, um sich mit den musikalischen Helden von einst auf eine Zeitreise in die eigene Partyvergangenheit zu Studentenzeiten zu begeben? Wenn genau dies, die Zeitreise in geiles und partyreiches Studileben das Ziel des Konzertbesuches war, dann wurde dieses Ziel voll erreicht. Wenn auch nur für etwa 75 Minuten. (Fotos: Helmut Löwe)

Setlist

– Private Idaho
– Mesopotamia
– Give me back my Man
– Cosmic Thing
– Funplex
– Legal Tender
– 52 Girls
– Roam
– Party out of Bounds
– Channel Z
– Dance this Mess around
– Love Shack
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– Planet Claire
– 6060-842
– Rock Lobster

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