Irgendwie schön schräg, The Red Paintings live

„The Revolution is never coming“ heißt das jüngste Album der in Australien gegründeten Band The Red Paintings. Mit einer Revolution hat ein Konzert der Alternative-Indie-Art-Rock-Truppe auch nicht wirklich etwas zu tun. Aber dafür ist das Bühnenspektakel der Musiker um Mastermind Trash McSweeney etwas Überraschendes, nicht Alltägliches und etwas Außergewöhnliches. Irgendwie ziemlich Schräges, was man im heutigen Bühnenauftrittseinerlei der meisten Bands wirklich sehr selten zu sehen bekommt.

Konzertfotos: The Red Paintings im MTC, Köln

Im Kölner MTC, wo The Red Paintings am 25. Februar einen Boxenstopp auf ihrer Tour im Frühjahr 2014 einlegten, konnte sich der kleine Haufen der etwa 40 Fans eindringlich davon überzeugen, wie die extraordinäre Musik mit der extraordinären Show eine gekonnte Symbiose einging. Wie schon zuvor angekündigt hatten die Musiker das Motto „Altes Ägypten“ für sich auserkoren. Frontmann, Gitarrist und Sänger McSweeney mit verwunderlicher Kopfbedeckung und Rucksack versehen erweckte den Eindruck eines wundersamen Zeitreisenden. Bassistin Mitch McLennan zur Linken und Violinistin Alix Kol zur Rechten erinnerten mehr an Nofretete als an moderne Rockmusikerinnen. Sogar der ein oder andere Zuschauer hatte sich mit schwarzer Fuchsmaske oder glänzendem Outfit themengerecht ausstaffiert.

Mit Alice durchs musikalische Wunderland

Im Hintergrund der düsteren und zwielichtigen Bühne – Fotografen fassen so etwas unter „lichttechnischer Supergau“ zusammen – einiger Nippes, einiges Spielzeug, welches McSweeney liebend gerne sammelt, wie er sagte. Apropos „Sagen“: Zu plaudern hatte McSweeney so einiges, immer wieder erging er sich zwischen den Songs in kurzen Erzählereien, suchte den Austausch mit der überschaubaren Fanschar, die dankend auf sein Angebot einging.

Konzertfotos: The Red Paintings im MTC, Köln

Außer Erzählen gab es aber auch noch Musik: sowohl sieben Songs von „The Revolution is never coming“ als auch einiges aus früheren Zeiten, als The Red Paintings ihre Lieder vorrangig in EP-Form veröffentlichten. Die sonst umfangreich instrumentierten Titel verloren lediglich mit Gitarre, Bass, Violine und Schlagzeug umgesetzt nichts von ihrer Studiointensität. Intensiver Gesang, hohe Dynamik der Lieder und die häufigen Tempiwechsel tauchten die Anwesenden förmlich in ein Wechselbad der Gefühle. In etwa so, als wenn man mit Alice auf einer musikalischen Reise durchs Wunderland wäre. Nach gut 70 Minuten war die Reise allerdings vorbei. Jedoch nahm sich die Band im Anschluss an den Auftritt reichlich Zeit, den neugierigen Fans Rede und Antwort zu stehen. (Fotos: Helmut Löwe)

Setlist

– Feed The Wolf
– It is as it was
– Just People & Leaves
– Dead Children
– Streets fell into my Window
– The Revolution is never coming
– Arctic is screaming
– Wasps
– You’re not one of them
– Pickles
– Rain / Mad World (Cover Tears for Fears)
– Hong Kong