Steel Panthers „All you can eat“ ist „voll pornös“

Das letzte Album von Steel Panther stieß den deutschen Sittenwächtern verdammt sauer auf: “Balls Out” wurde auf den Index gesetzt, der Verkauf an unter 18-Jährige ist untersagt. Wer bei Amazon danach sucht, geht leer aus, die Platte ist, ebenso wie Pornofilme, dort nicht zu haben. Und mit dem neuesten Werk begeben sich Steel Panther in ebenso gefährliches Fahrwasser, denn „All you can eat“ strotzt einmal mehr vor textlichen Schweinereien, Schmuddelsex und pornösem Gehabe. Ach wie gut, dass weder Band noch Fans die ganze Chose ernst nehmen, denn so viel Absurdität in Sänger Michael Starrs lyrischen Ergüssen kann man gar nicht ernst nehmen.

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Könner ihres Fachs

Musikalisch haut das Quartett aus den USA allerfeinsten Glam- und Posermetal raus. So wie ihn die Spandex- und Haarspraybands der 80er Jahre keinesfalls hätten besser machen können. Wenn im Hier und Jetzt Cinderella, Poison, Ratt und wie sie alle heißen noch auf der Erfolgswelle schwämmen, belegte Steel Panther gut und gerne die Spitzenposition. An ihren Instrumenten erweisen sich Gitarrist Satchel, Bassist Lexxi Foxx und Schlagzeuger Stix Zadinia als echte Könner ihres Fachs. Die Riffs und Soli sitzen, Bass und Schlagzeug verpassen den Songs einen satten Unterbau. Und über allem schwebt der Gesang Starrs, der sich in bester Metalmanier durch die Lieder shoutet, singt und schmust.

Die Scheibe pendelt zwischen fetten Metalbrechern wie „Pussywhipped“, Hard- und Boogierockern wie „Gangbang at the old Folks Home“ und nahe an der Peinlichkeit rangierenden Stadionpoprockern wie „The Burden of being wonderful“, welches textlich mit grandioser und absurder Selbstironie punktet. Ach ja, bei einer echten Glam-Metalband darf selbstverständlich auch die ein oder andere Ballade nicht fehlen; Steel Panther kommen dieser Anforderung unter anderem mit „Bukkake Tears“ nach. Metalfans, die nicht nach Vollgas, Growling und/oder irgendwelchem -core gieren, sind mit dem dritten Studiowerk der US-Rocker ziemlich gut bedient. Ach ja, auf intellektuelle oder sozialkritische Inhalte darf man selbstverständlich auch nicht stehen – aber gerne und viel lachen…

„All you can eat“ von Steel Panther hat mit zwölf Songs eine Laufzeit von 48:10 Minuten. Erschienen ist die Platte auf dem Label Open E Music und im Vertrieb von Rough Trade. (Bandfoto: David Jackson)

Anspieltipps: Pussywhipped, Ten Strikes you’re out, She’s on the Rag

steelpantherrocks.com