The KVB überspringen auf „Minus One“ 30 Jahre

Na hoppla, habe ich das nicht vor gut 30 Jahren schon gehört? Zu Zeiten von Bauhaus, The Cure oder The Sisters of Mercy? Nein halt, solange ist das doch gar nicht her, das ist doch eher ziemlich neu, in etwa so, als wenn A Place to bury Strangers losrumpeln. Beides irgendwie richtig, aber beides falsch. Es handelt sich um The KVB, ist brandneu. Was die Briten (warum der Name sich ach so sehr den Kölner Verkehrs-Betrieben, kurz KVB, angleicht, weiß man nicht) aber auf ihrem neuen Album „Minus One“ vom Stapel lassen, hört sich verdammt sehr nach allen zuvor genannten Formationen und darüber hinaus an, überspringt 30 Jahre seit Beginn des düsteren Waverocks und macht hallige Vocals, Drummachines und nölende Gitarren mal wieder salonfähig.

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Die acht Songs des Albums, bei dem mit einer Länge von 32:37 Minuten keineswegs von einer LP, einer LANGspielplatte die Rede sein kann, liefern einen minimalistisch-dunklen Tenor. Lieder wie „Again & Again“ oder „Live or Die“ schallen dem Hörer wie aus einer kalten Kellerlochdisko in einem Abrissgebäude entgegen, in der der DJ seinen schwarzen Elektrotag hat. Schnell werden Gedanken an die beiden ehemaligen und überregional bekannten Dark-Wave-Clubs Lalic in Köln und Zwischenfall in Bochum wach. Gäbe es die beiden noch, liefe „Minus One“ wohl in Dauerrotation.

Dunkler Soundtrack für verstörende Bilder

In ihren Videos und auf der Bühne untermalen die beiden KVB-Musiker Nicholas Wood und Kat Day ihre meist mantramäßigen, manchmal befremdlich wirkenden Klänge mit entsprendem visuellem Material, liefern also eine Art Soundtrack für skurril-verstörende Licht- und Videoeffekte (wie zum Beispiel im Video zu „Shadows). So gerät in einem Konzert selbstverständlich eine Menge Abwechslung in den Auftritt, denn auf ausschließlich auditivem Wege genossen, so wie auf dem Album „Minus One“ – übrigens bereits dem dritten seit Projektgründung 2010 – will sich nach mehrmaligem Hören eine leichte Monotonie einstellen. Dark-Wave-Fans sollten aber in jedem Falle zugreifen, denn man kann ja nicht ausschließlich von der Musik vergangener Zeiten zehren. Zu hören gibt’s von The KVB online reichlich, und zwar auf thekvb.bandcamp.com

www.facebook.com/thekvb1

„Minus One“ von The KVB erscheint am 22. November. Die Platte wird auf A Recordings veröffentlicht und ist im Vertrieb von Cargo Records.