Konzertfotos: The Foreign Resort (22.10.2016, Blue Shell, Köln)

Wer auf Waverock, Postpunk, Darkwave & Co. steht, auf Musik, wie sie in den 80ern zuhauf in den Alternativdiscos die Tanzflächen füllte, der sollte sich mal nach The Foreign Resort umsehen, vielmehr umhören, und sich die Songs des dänischen Trios antun. Weil die Band aus Kopenhagen nämlich genau solche Sounds abliefert; Sounds, wie die von Bands wie die frühen Cure, The Mission, The Sisters of Mercy, Red Lorry Yellow Lorry, BFG und Mitstreiter. Und das nicht in profaner Aufwärmversion, als Retrospektive oder gar altbackene Hommage , sondern als frische und moderne Musik vorgenannter Genres. Das beweisen The Foreign Resort auf mehreren Platten und vor allem auf den vielen Konzerten, welche zuhauf anstanden und noch anstehen. Unter anderem auf einem Konzert im Kölner Blue Shell, wo The Foreign Resort die Zuhörerschar am 22. Oktober 2016 begeisterte.

Knapp anderthalb Stunden packten Mikkel B. Jakobsen, Steffan Petersen und Morten Hansen Songmaterial der diversen Veröffentlichungen seit Bandgründung 2006 aus – als da wären Alben, EPs und Singles, oft für lau über Bandcamp. Und sie lösten die klassische Aufteilung an den Saiteninstrumenten immer mal wieder auf: Jakobsen, Sänger des Trios, und Petersen wechselten sich alle naslang in der Bedienung von Gitarre und Bass ab. Lediglich Hansen war fest ans Schlagzeug gebunden, welches er stoisch bediente und dem Set den fast schon maschinengleichen Rhythmus entlockte. Die ausgedruckte Setlist nahm die Band lediglich zur groben Orientierung – Musikwünsche aus dem Publikum machten den Auftritt zu einem kleinen Kölner Wunschkonzert.

Die Älteren der Anwesenden fühlten sich womöglich um einige Jahrzehnte in der Zeit zurückkatapultiert, denn solch dunkles, treibendes und fast ausnahmslos tanzbares Songmaterial lief früher wohl vielfach in Dauerrotation auf den Plattentellern, Kassettendecks oder CD-Spielern. Und die vielen deutlich jüngeren Zuhörer machten einmal mehr deutlich, dass genau solche Songs keineswegs eine Art Rückwärtsorientierung oder das Ausgraben alter Klamotten ist, sondern zeitlose und stets moderne Musik, welche in der Bearbeitung durch The Foreign Resort weit, weit weg von Oldiekram ist. Und genau deswegen hatten beide Fraktionen Spaß – die auf der kleinen Bühne und die davor. (Fotos: Helmut Löwe)

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