Slash zündet mit „World on Fire“ ein loderndes Rocksignal

Die Medien sind voll des Lobes über das neue Werk von Saul Hudson und seinen Mitmusikern:“Album des Monats“ (Metal Hammer), „Statement und Ausrufezeichen“ (laut.de), „Killerscheibe“ (Rock Hard) oder „Klassiker in Spe“ (Abendzeitung München) liest man. Und in der Tat, mit solchen Bezeichnungen liegen die Medien absolut richtig, wenn es um Slashs „World on Fire“ geht, das zweite Album des löwenmähnigen Ausnahmegitarristen, an dem Sänger Myles Kennedy und die Conspirators in Form von Bassist Todd Kerns und Schlagzeuger Brent Fitz beteiligt sind. „World on Fire“ ist ein tolles Stück Rock, das in den Plattenschrank eines jeden Musikfans gehört.

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Mit dem gleichnamigen Titelsong gehen Slash und seine Kumpels sofort in die Vollen: Hardrock mit unglaublich viel Drive, bis aufs Feinste durchkomponiert. „Automatic Overdrive“ glänzt mit einem grandiosen Rhythmuslauf der Gitarre, der sich dauerhaft einbrennt und dem Song einen unglaublichen Wiedererkennungswert verpasst. Ähnliches auf „30 Years of Life“, welches ein Topkkanditat für ein ausrastendes Konzertpublikum ist: tausende Arme in der Luft, viele Fans verloren im Luftgitarrenspiel, ein Refrain zum lautstarken Mitgröhlen! Ab der Hälfte der Scheibe – bei 17 Titeln und einer Länge von knapp 80 Minuten also dann, wenn andere Bands gerade zum Schluss kommen – nehmen Slash und die Conspirators das Jetzt-aber-mal-so-richtig-ab-die-Post-Tempo raus, der Druck der Songs wird aber keineswegs minder.

Hohe Kunst des Rock’n’Roll-Gitarre-Spielens

Immer wieder springen einen Gitarrensoli an, die zwar nicht mit rasender Geschwindigkeit glänzen, aber die hohe Kunst des Rock’n’Roll-Gitarre-Spielens transportieren – und technisch erstklassig obendrein sind und von gekonnter Fingerfertigkeit zeugen. Mit „Beneath the savage Sun“ ist metallisches Material an Bord, das mit einem langsam-gemäßigten Mittelteil aufwartet. Ach ja, Balladeskes vermisst der Hörer selbstverständlich nicht: „Battleground“ zum Beispiel, mit 7:15 Minuten der längste Song der Scheibe, ist für die ruhigen Minuten, dreht zum Schluss hin mit reichlich Soloaktivitäten etwas auf. Allerdings muss man ein großes Herz besitzen, um den La-la-la-Chorgesang nicht zu verdammen.

Sehr schön das Instrumentalstück „Safari Inn“ mit Versatzstücken klassischen Bluesrocks, auf dem sich Slash solistisch aber mal so richtig austoben darf. Den runden Abschluss eines großen Studiowerkes macht „The Unholy“, ein Song, welcher fast schon den Charakter einer Mini-Rockoper besitzt. Eine gelungene Plattform für Kennedy, um seine prägnante und außergewöhnliche Stimme bestens zu präsentieren. Für viele mag der hohe Gesang Kennedys, der auch bei den Hardrockern Alter Bridge den Vokalpart übernimmt, nicht dem eines derben Rockfrontmannes entsprechen, doch im Zusammenspiel mit Slashs Gitarrenkunst und Kerns‘ sowie Fitz‘ Instrumentalkönnen passt sie optimal. Und auch live liefern die vier, ergänzt durch eine weiteren Gitarristen, ein nahezu perfektes Miteinander ab. Davon kann man sich in den beiden Winterkonzerten Slashs (22.11. – München, Zenith; 23.11. – Köln, Palladium) überzeugen.

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Das Album „World on Fire“ von Slash feat. Myles Kennedy & the Conspirators hat 17 Titel und eine Laufzeit von 78:23 Minuten. Erschienen ist die Platte bei Roadrunner Records im Vertrieb von Warner. (Foto Slash: Helmut Löwe)