Dubioza Kolektiv - fakenesw, Cover

„#fakenews“ von Dubioza Kolektiv sind extrem gute News

Wer von euch bringt eine Band aus Bosnien-Herzegowina mit Dancehall, Reggae, Dub, Ska, Rock, Breakbeat, Punk, Rap und Hip-Hop in Verbindung? Kaum jemand? Und mit Balkan-Beats, Polka, bosnischer Folklore? Da schon eher? Dann hört mal, was Dubioza Kolektiv so machen. Denn die Band aus dem südosteuropäischen Staat und dort aus der Region um Sarajevo und Zenica vermischt all die zuvor erwähnten Genres zu einem sehr spannenden und mitreißenden Ganzen.

Dies auch auf den neuen Album „#fakenews“. Da toben sich Dubioza Kolektiv in bester Manier des seeedschen Dancehalls, in Anlehnung an Mano Negra oder Manu Chao und desssen Radio Bemba Soundsytem, ein bisschen so wie Les Negresses Vertes oder wie die Briten von Madness und andere Kapellen ähnlicher Prägung aus. Ein wenig Hilfe hat sich das Klangkollektiv für die neue Platte außerdem geholt.

Mit Manu Chao singen Dubioza Kolektiv soundsystemaufgeplustert in „Cross the Line“von der Überwindung von Grenzen. Wem der Titel bekannt vorkommt: als „Bloody Bloody Border“ war er als Bonus auf der Wiederveröffentlichung von Manu Chaos „Clandestino“ im August 2019 untergebracht. Zum Reggae und den Breakbeats auf „Space Song“ kommt Dubioza Kolektiv Dreadzone-Vokalist Earl Sixteen zu Hilfe. Bei „Minimal“, welches maximal tanzbar ist, mischen sich die Franzosen von „Soviet Suprem“ ordentlich ein. Mexikanische Mariachiklänge und spanischen Gesang steuern Los de Abajo zu „Hoj Marijuana“ bei, welches auch im Balkanklangkleid aufruft: „ganja fumar“!

Ein musikalischer Output mit sehr viel Pfeffer

Dubioza KolektivDie fünfte Zusammenarbeit bringt die digital verfremdete Stimme eines Robby Megabyte ein: ein Hauch kraftwerkschen Vocoders zu „Take my Job away“, einer unerhört wirkungsvollen Mixtur von Reggae, Elektrobumms, Metalriffs und Ska . Nur weil im Folgenden keine externe Künstler mehr teilhaben, wird das Wirken des Dubioza Kolektives allerdings keinesfalls wirkungsärmer – nein, gar nicht!

Ob die fetten Breakbeats und die Bigbeatgranaten, die sie ein bisschen prodigylike auf „Dumb“ abfeuern oder ein erweiterter Ausflug hin zur Polka und Balkan-Beats mit – ach wie naheliegend – „Wild wild East“: im neuen Output von Dubioza Kolektiv ist unheimlich viel Pfeffer drin. Und das nicht nur musikalisch; auch inhaltlich nehmen sich die Musiker vielen politisch inkorrekten und sozial anzuprangernden Themen an. Mit den „#fakenews“ aus Bosnien-Herzegowina liefert das Musikerkollektiv tatsächlich außergewöhnlich gute News ab.

Das Album „#fakenews“ von Dubioza Kolektiv hat neun Songs und eine Laufzeit von 30:47 Minuten. Veröffentlicht wird die Platte am 28. Januar auf dem Label Menart und ist im Vertrieb von Believe. (Foto: Goran Lizdek)

Anspieltipps: Space Song, Hoj Marijuana, Dumb

dubioza.org

www.facebook.com/dubioza

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