24/7 Diva Heaven - Stress

24/7 Diva Heavens „Stress“ stresst nicht, sondern rockt extrem

Na hoppla, da stolpert man über ein Video, das musikalisch mit punkangehauchtem Desertrock in Grungemontur daherkommt und optisch zwischen einer Mixtur der bunten Kaugummiwelt einer Katy Perry sowie böse dreinrockenden Musikerinnen changiert. Und man erfreut sich an der guten Musik und dem guten Musikgeschmack der drei Protagonistinnen gekoppelt mit offensichtlich viel Humor. Darüber, über diese Band, will man mehr erfahren – unbedingt!

Bei der Band handelt es sich um das Trio 24/7 Diva Heaven aus Berlin. Und bei dem Video handelt es sich um „Bitter Lollipop“, eine Singleauskopplung aus dem Debütalbum von 24/7 Diva Heaven. Und das Beste kommt dann auch: Das, was Gitarristin und Sängerin Katharina Ott-Alavi, Bassistin Karo Paschedag sowie Schlagzeugerin Mary Westphal außer „Bitter Lollipop“ auf dem Album namens „Stress“ raushauen, das ist wirklich sehr starker punkangehauchter Desertrock in Grungemontur.

Hörenswerte Elemente unpolierten Rocks

24/7 Diva HeavenApropos Grunge: „Potface“,der Opener von „Stress“, fußt genau auf jene gernretypischen Merkmale wie tief gestimmte und verzerrt-riffgetriebene Gitarre, schnöder Bass und eine Gesangsstimme voll von Ärgernis. Wow – fühlen wir uns etwa nach Seattle zu Beginn der 90er Jahre verschlagen? Irgendwie schon ein bisschen. Im Grunde genommen baut die gesamte Platte auf solche hörenswerte Elemente unpolierten Rocks. Doch halt, vergessen wie einige Ausnahmen nicht: „Death to“ oder das textlich sehr verwirrende „Topped with Cheese“ zum Beispiel führen uns auf die musikalische Schnellstraße und huldigen explizit dem Uptempo-Rock’n’Roll sowie dem Punk.

Und wenn „Everyman“ ertönt, dann möchte man fast schon glauben, die Musikerinnen kämen gerade aus dem Probenraum, in dem sie gemeinsam mit Kyuss gejammt hätten. So staubtrocken und tief nämlich brummt die Gitarre, so dröhnend wummert der Bass, so schleppend rumpelt das Schlagzeug. Ziemlich zerstörerische Tendenzen weist das Outro namens „Outro“ auf. Hier scheuen sich Katharina, Karo und Mary keineswegs, ihren Instrumenten alles abzuverlangen, sie vermeintlich ein bisschen quälen zu wollen.

Wir verbeugen uns

Sehr verehrte Damen: Wir verbeugen uns vor ihrer Verbeugung vor der fiesen Rockmusik der 90er mit zerrissenen Jeans, verwaschenen Langarmshirts und ausgelatschten Chucks. Mit „Stress“ von 24/7 Diva Heaven zeigt sich Berlin einmal mehr von seiner gitarrenlastigen und musikalisch erbaulichen Seite. Hut ab, das rockt extrem! „Stress“ von 24/7 Diva Heaven hat mit elf Songs eine Laufzeit von 39:09 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Berliner Label Noisolution und wird von Soulfood vertrieben. (Foto: Maren Michaelis)

Anspieltipps: Everything sucks, Head on Collision, JT

247divaheaven.bandcamp.com/music

www.facebook.com/247DIVAHEAVEN

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