Bullet for my Valentine in Köln ohne das große Fortune

Ihr aktuelles Album heißt zwar „Temper Temper“, was der Übersetzung nach zur Mäßigung aufruft, doch die Musik von Bullet for my Valentine ist nichts für gemäßigte Musikfreunde. Sondern eher etwas für die härtere Fraktion. Als melodischer Metalcore mit sanfteren Einsprenklern lässt sich der Stil der vier Waliser wohl am besten beschreiben. Und genau jene Nummer brachten Bullet for my Valentine auf ihrem Tourabstecher im Kölner Palladium am 10. Februar 2014 auf die Bühne.

Konzertfotos: Bullet for my Valentine

Kein ganz leichtes Spiel hatten Sänger und Gitarrist Matthew Tuck und seine drei Mitstreiter, nachdem die Düsseldorfer Callejon mit so richtig derbem Metalcore und deutschen Texten die etwa 2.800 Zuschauer ordentlich auf Tour brachten. Zwar schallte als Intro um 21:30 Uhr „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“ aus den Lautsprechern, doch war dieses Mal Nomen nicht gleich Omen: Im Laufe des Konzertes war das Fortune, das französische Glück, Bullet for my Valentine nicht immer hold.

Der Einstieg gelang mit einem brandneuen „Raising Hell“ vom kommenden Album sowie den ziemlich flotten „Scream Aim Fire“ und „Your Betrayal“ noch wirklich sehr krachig, schnell und mitreißend. Doch im Folgenden streute das Quartett zwischen den Songs immer mal wieder längere Pausen im Bühnendunkel ein, welche den Funken guter Laune oder überbordender Stimmung in die hinteren Reihen der Halle hinein nur sehr schleppend überspringen ließ.

Gesanglich auf dünnem Eis

Bei Tucker, der für den klaren Gesang zuständig war, während Bassist Jason James das dunklere und böse Growling übernahm, offenbarten sich allzu deutlich gesangliche Mängel. Im Studio ist so etwas ja kein Problem für einen Sänger, doch live, ohne Netz und doppelten Boden, bewegt man sich halt schnell mal auf dünnem Eis. Die überschaubare Leistung des Mischers in der Halle hatte daran wohl nicht unerheblichen Anteil. Zum Glück war es aber auch im Palladium nicht so, dass Fans von gitarrenlastigem Gebrettere auf die ganz hohe Gesangskunst abfahren.

Konzertfotos: Bullet for my Valentine

Dass trotz einiger Unzulänglichkeiten die Begeisterung bei vielen im Publikum dennoch groß war, konnte man den Crowdsurfern zuhauf oder den hundertfach nach oben gereckten Armen entnehmen. Und wenn man Frontmann Tuck Glauben schenken durfte, war der mit gerade einmal 80 Minuten Dauer zeitlich sehr knappe Auftritt im Palladium „eines der besten Konzerte seit langem“. (Fotos: Helmut Löwe)

Setlist

– O Fortuna (Intro, aus Carl Orffs „Carmina Burana)
– Raising Hell
– Scream aim fire
– Your Betrayal
– All These Things I Hate (Revolve around Me)
– 4 Words (To choke Upon)
– Temper Temper
– The Last Fight
– Bittersweet Memories
– Dirty Little Secret
– Medley: Hand of Blood / Room 409 / Hearts Burst into Fire / Begging for Mercy / Riot
– Waking the Demon
– Pleasure and Pain
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– Ace of Spades (von Motörhead)
– Tears Don’t Fall