Dikta – „Get it together“: musikalisches Kopfkino mit großen Bildern

dikta_baldur_kristjansson_165x250„Warnings“ heißt der erste Song ihres Albums „Get it together“ – wenn Dikta etwa davor warnen wollen, dass die zwölf Songs, die ab dann folgen, hörenswert sind, dann trifft die Warnung absolut zu.  Allerdings könnte man ebenso gut dem „Thank You“ und dem Händeklatschen in eben jenem Titel – nämlich Nummer zwei – Folge leisten und den 53 Minuten Musik auf der dritten Scheibe der Isländer behände Applaus spenden. Verdient hätte das Quartett es allemal. Denn Dikta machen hörenswerte Musik, die irgendwo zwischen melancholischem Pop mit durchaus frohgelaunten Untertönen und faszinierendem Pop-Rock mit Indiestempel liegt. Man kann es auch ganz einfach mit wenigen Worten sagen: Dikta machen sehr gute Musik.

Veröffentlicht in Island wurde „Get it together“ bereits 2009 und sorgte mächtig für Furore: Die beiden Singles „From now on“ und „Thank you“ gehören zu den meistgespielten Titeln isländischer Radiosender. Und dass Dikta im Jahr 2010 den Publikumspreis der Icelandic Music Awards in der Kategorie „Beliebteste Band Islands“ abstaubten, scheint ebenfalls nicht verwunderlich. Denn mit Titeln wie „Hotel Feelings“ oder „Final Call“ machen Sänger Haukur Hauksson und seine drei Kollegen den Zuhörer intensiv lauschen und lassen auf die langsame, ruhige Art Bilder von der Weite der Natur der Insel am Polarkreis entstehen: Akustikgitarre, behäbiges und ruhiges Schlagzeug sowie Streicher erschaffen einsame Ebenen, karge Täler und imaginären Blick bis zum Horizont und darüber hinaus.

Heraus aus der Landschaft – ab ins nächtliche Getümmel

dikta_cover_180Vor allzu großen Gefühlen von Einsamkeit während des Kopfkinos aber bewahren einen satte und fette Indiekracher, die punktuell über die Scheibe gestreut sind. „Let go“ oder „Start to finish“ reißen einen heraus aus Landschaft, Himmel und Wasser und scheinen einen hinein ins rege nächtliche Getümmel Reykjaviks zu schleudern. Stetig im Ohr und im Kopf – egal ob leise, sanfte Klänge oder wachrüttelnde Gitarrenriffs  – die klare, präzise und prägnante Stimme Haukssons. Wunderbar die Symbiose, die Gesang mit Instrumenten wie Gitarre, Bass, Schlagzeug, aber auch Klavier, Cello und Trompete eingeht. Ein schönes Album, so wie ein „Rundum-Sorglos-Paket“, welches allerdings hält, was andere lediglich versprechen.

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Wer auf Bands wie Element of Crime oder Kaizers Orchestra steht, wird an Dikta seine helle Freude haben. „Get it together“ steht ab 25. März als CD in den Läden, ist aber bereits seit 11. März in digitaler Form erhältlich. Erschienen ist das Album bei Smarten-Up-Records und wird über Rough Trade vertrieben. Anspieltipps “Final Call”, “Let go“, “Just getting started”. (Bandfoto: Baldur Kristjansson)

www.dikta.is

www.myspace.com/dikta

Live gibt’s Dikta auch – im Mai 2011:

16.05. – Köln, Gebäude 9
17.05. – Hamburg,  Knust
18.05. – Münster, Gleis 22
19.05. – Oberhausen, Zentrum Altenberg
20.05. – Marburg, KFZ
21.05. – Dresden, Beatpol
24.05. – München, 59:1
25.05. – Erlangen, E-Werk
26.05. – Berlin, Magnet