„Monuments to an Elegy“: Smashing Pumpkins, warum das?

Die Smashing Pumpkins werden immer wieder als „wegweisende Band“ beschrieben, die „musikalische Meilensteine geschaffen“ hat. Wenn man sich solch tolle Alben wie „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ oder „Machina – The Machines Of God“ anhört, sicherlich zu Recht. Aber ob den Rockern um Mastermind Billy Corgan solch Lob auch widerfahren wäre, wenn sie schon früher mit „Monuments to an Elegy“, ihrer brandneuen Platte, am Start gewesen wären? Da tun sich doch große Zeifel auf!

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Dabei beginnt die Scheibe doch eigentlich ziemlich ordentlich, der Nachfolger zu „Oceania“ weist erbauliche Momente auf: Der Opener „Tiberius“ verquickt auf die bekannte und unnachahmliche Art der Smashing Pumpkins herbe Klänge mit melancholischen Momenten. Kaum weniger gelungen „One and All“, das viele langjährige Fans an die beiden oben genannten Meisterwerke von 1995 und 2000 erinnern wird. Auch der Rauswerfer „Anti-Hero“ – nach gerade mal 32:35 Minuten ist Schluss – hat Wucht und kann in den meisten Momenten überzeugen.

Billy, was hast Du Dir bloß dabei gedacht?

Aber wenn da bloß nicht das Aber wäre: genau jenes Aber, welches einen bei einem Song wie „Run2me“ heimsucht. Oh, Billy, was hast Du Dir bloß dabei gedacht? Eine schlimmes poprockiges Elaborat, welches durch belanglose Keyboardläufe nach unten gezogen wird. He, so etwas hätte man auch für eine des Rockens willige Shakira schreiben und einspielen können. Die mantramäßige, gefühlte 67-fache Wiederholung des Songtitels macht das ganze keinesfalls besser. Auch das elektropoplastige „Dorian“ will einen nicht begeistern, kann es auch nicht. Hört sich der Titel doch sehr danach an, als wenn Vince Clark einen Erasuretitel mit Gitarrenarbeit ein wenig in Richtung Rock steuern wollte. So etwas möchten wir nicht wirklich von den Smashing Pumpkins hören.

Zwischen den Gegensätzen des Guten und Unwürdigen pendeln die anderen Titel. „Monuments“ zum Beispiel zeigt, dass Gitarren und Keyboards auch eine gute Verbindung eingehen können. Ähnlich „Drum + Fife“, das jedoch nicht immer weiß, wohin es will, beziehungsweise soll. „Monuments to an Elegy“ ist keineswegs ein Monument der Smashing Pumpkins, eher ein mittelmäßiges Stück Musik einer im Grunde genommen doch sehr guten Band – zumindest einer Band, die sehr gute Dinge fabrizieren kann, wenn sie will. Diesmal offenbar hat sie nicht wirklich gewollt. Und auch der Einsatz des Mötley-Crüe-Drummers Tommy Lee bringt nicht den nötigen Pep. Wir warten also auf das nächste Album, welches 2015 erscheinen soll und „Day for Night“ heißen wird. Neues Spiel, neues Glück… (Foto: Scarlet Page)

„Monuments to an Elegy“ der Smashing Pumpkins hat neun Songs und eine Laufzeit von 32:35 Minuten. Erschienen ist die Platte auf dem Label Martha’s Music und im Vertrieb von Rough Trade.

Anspieltipps: Tiberius, One and All, Anti-Hero

www.smashingpumpkinsnexus.com