Sights and Sound - No Virtue

Sights & Sounds und ein „No Virtue“ mit enorm vielen Wendungen

Wer nun meint, nur weil der Frontmann Andrew Neufeld auch bei der Hardcoretruppe Comeback Kids shoutet,würden Sights & Sounds in die ähnlich wüste Kerbe hauen, der irrt zum sehr großen Teil. Sights & Sounds liefern auf „No Virtue“, dem Nachfolgealbum des 2009 erschienenen Debüts „Monolith“ ziemlich alternativen Rock und Pop ab. Und den mit sehr vielen Drehungen und Wendungen.

Mit dem Opener und titelgebenden „No Virtue“ hauen Sights & Sounds einen satten Alternativrocker hinaus, der bläserversehen – vor allem zum Ende hin – hymnischen Charakter aufweist. Hätten so womöglich auch Thirty Seconds to Mars machen können, als sie noch alternativ und gut waren. Synthrock folgt sogleich mit „Resurface“ hernach, dicht und kompakt treibt Andrews Bruder und Drummer Joel den Song vorwärts.

Haben wir nicht was von Drehungen und Wendungen geschrieben? Diese folgen gleich auf dem Fuß. Während sich „Serpentine“ mit Postpunk- und Industrialatmosphäre und bösem Gesang einen sehr großen Schluck Killing-Joke-Limonade zu gönnen scheint, so ist das balladeske und pianolastige „Caught up“ danach wie eine Vollbremsung und eine gemütliche Mateteestunde. Sights & Sounds beweisen mit solchen 180-Grad-Wendungen wirklich Mut. Hut ab vor der Zusammenarbeit mit Nicole Dollanganger, gut gemacht!

Langeweile war vorgestern!

Sights And Sounds

Die „Black Mamba“ scheint aus der Indie-Poprockecke zu kommen. Einer Ecke, in der vereinzelt fiese Hardcorescreamos von Andrew aus dessen Comeback-Kids-Tätigkeiten rumliegen. Ohne fieses Screamo, nur mit einem Hauch Shout und mit etwas mehr Schmiss und schönen Keyboardläufen gibt’s diesen auch in „Takes and Takes“. Vermisst irgendjemand unangepassten Waverock der 80er Jahre? Kein Problem – die Kanadier haben mit „Underotw“ auch diesen parat.

„Diese Ideen, die wir über Jahre in Telefone gesummt und im Hinterkopf behalten haben, endlich zu etwas großen Ganzen zusammenzufügen, war toll. Wir spielten viel mit zusätzlichen Instrumenten und neuen Soundfarben herum, so kam die Elektronik in unseren Sound. Wir wollten unsere Klangflächen mit Watte ausbetten. Alle unsere Lieblingseinflüsse aus klassischer aber auch moderner Rockmusik waren erlaubt.“ So verrät es Andrew. Ihm gefällt’s, uns gefällt’s auch. Ein Album, das man immer wieder aufs Neue hören kann und man dann ganz oft was Neues entdeckt. Langeweile war vorgestern! Mit dem neuen Material geht es dann auch gleich mal auf Tour, sechs Konzerte sind im Dezember 2019 in Deutschland angesagt.

„No Virtue“ von Sights & Sounds hat zehn Songs und eine Spieldauer von 40:10 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Label Munich Warehouse und im Vertrieb von Cargo Records. (Foto: Scott Wade)

Anspieltipps: No Virtue, Serpentine, Black Mamba, Takes and Takes

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Sights & Sounds im Dezember 2019 live in Deutschland

01.12. – Köln, Helios 37
02.12. – Hamburg, Hebebühne
04.12. – Saarbrücken, Studio 30
05.12. – München, Cord Club
08.12. – Siegen, Vortex
09.12. – Wiesbaden, Schlachthof