Liquid Tension Experiment - LTE3

Liquid Tension Experiment und „LTE3“ – wenn Rockmusikmagier zaubern

So ist das bei Projektarbeit: Da wird erfolgreich geklotzt, gemeinsam etwas geschaffen – und dann ist die Arbeit erfolgreich zu Ende gebracht, das Projekt ist wieder vorbei. In der Musik, in der Rockmusik auch, ist’s kaum anders. Auch nicht bei Mike Portnoy (Schlagzeug), John Petrucci (Gitarre), Jordan Rudess (Keyboard) und Tony Levin (Bass).

Die vier – allesamt außergewöhnliche Könner an ihren Instrumenten – fanden sich zum Progressive-Rock-Projekt Liquid Tension Experiment zusammen. Und schufen zwei Alben, die für laute Ahhs und Ohhs unter den Fans progressiven Rocks sorgten. Danach – die Alben erschienen 1998 und 1999 – war es dann vorbei mit dem Bandprojekt. Doch halt: warum nicht ein Projekt erneut ins Leben rufen, um etwas Kreatives entstehen zu lassen? Das ist geschehen! Es hat aber zwei Dekaden dazu gebraucht.

Wenn ordentlich gezaubert wird

Liquid Tension ExperimentÜber 20 Jahre nach dem Erscheinen von Liquid Tension Experiment 1 und Liquid Tension Experiment 2 stand der Sinn Portnoys, Petruccis, Rudess‘ und Levins nach einer weiteren Runde großer Rockmusikkunst. Die vier Musiker haben das Jahr 2020 genutzt – viel war in der Pandemie ja eh nicht zu reißen – und zusammen gejammt, neue Songs geschrieben, eingespielt und das ganze dann aufgenommen. Liquid Tension Experiment 3 entstand. Zum Glück für Liebhaber progressiver Klänge, denn die vier Rockmusikmagier haben mal wieder ordentlich gezaubert.

Mit „Hypersonic“ wird man – Nomen est Omen – quasi im Hyperschall von Rocknoten überflogen. Da sind Leute in unglaublicher Geschwindigkeit mit ihren Fingern auf Saiten, Tasten und an Trommelstöcken unterwegs. Ab und an verliert der Song an Geschwindigkeit, jedoch nicht an Finesse und Instrumentenvirtuosität, um dann in voller Fahrt den Zielsprint zu meistern.

Von da an geht es nicht mehr vordergründig um erstaunliches Tempo denn vielmehr darum, großartige Musiker mit ihren hervorragend gespielten Instrumenten gekonnt in Szene zu setzen. „Beating the Odds“ stellt die Keyboards in den Fokus, Rudess‘ Kollegen streuen hin und wieder ihre Perfektion ein. Portnoy unterlegt sowohl diesen als auch die anderen Songs mit einem rhythmischen Gerüst, welches Stabilität und filigrane Ausschmückung auf exzellente Art vereint.

Viel jammen, viel experimentieren

Liquid Tension ExperimentWenn es um das Beschreiben der gemeinsamen Arbeit am Album geht, spricht Portnoy immer wieder davon, dass man sehr viel zusammen gejammt und herumexperimentiert habe. Ergebnisse davon flossen sicherlich in „Chris & Kevin’s amazing Odyssey“ ein, ein sehr jazzig angehauchtes Instrumentenmiteinander. George Gershwins bekannte Mischung von Klassik und Jazz, „Rhapsody in Blue“, interpretierten sie eigenwillig fürs Genre Rock.

Welches Können die Musiker an den Tag legen, zeigt sich recht deutlich in „Shades of Hope“: Der langsame Titel für Klavier und Gitarre wurde in einem einzigen Rutsch aufgenommen! Ebenfalls recht ruhig mit Klavier und Gitarre beginnt „Key to the Imagination“. Nach anderthalb Minuten schwenkt der Titel dann allerdings hin zum progressiven Rock um. Und schafft es, insgesamt dreizehn Liedminuten mit viel Spannung, erstaunlichen Wendungen und großem Hörgenuss zu füllen. LTE3 ist große Rockmusik, die sich dank vierer Rockmusikmagier oft weit außerhalb bekannter Rockmusik bewegt. (Fotos: Pressefotos)

„LTE3“ von Liquid Tension Experiment hat mit acht Songs eine Laufzeit von 61:43 Minuten. Erschienen ist das Album auf dem Label Inside Out Music und wird von Sony Music vertrieben.

Anspieltipps: Hypersonic, Key to the Imagination

www.facebook.com/ltexperiment

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