Musiker von The Hu mit Pferdekopfgeige auf dem Konzert in Köln.

The Hu entfesseln die musikalische Wucht mongolischer Steppe

Kann Musik mit Maultrommel, Flöte, Pferdekopfgeige und Laute sowie mit Oberton- und Kehlkopfgesang harte Metaller begeistern? Ja, kann sie! Und zwar dann, wenn sie von The Hu aus der Hauptstadt der Mongolei, Ulaanbaatar (auch Ulan Bator genannt), gespielt wird. Denn die Musiker verbinden die traditionellen Klänge ihrer Heimat mit modernem Rock und modernem Metal. So auch in Köln, wo The Hu auf ihrer „Black-Thunder“-Tour einen Stopp einlegten und ein sehr umjubeltes Konzert gaben.

Konzertfotos von The Hu in der Kölner Live Music Hall

Die Live Music Hall war am 24. November pickepackevoll – mit 1.200 Besuchern ausverkauft. Ebenso voll war die Bühne. Denn wenn The Hu zugange sind, dann sind acht Musiker involviert. Der Kern der Band besteht aus TS. Galbadrakh (Gala) und B. Enkhsaikhan (Enkush), welche die Pferdekopfgeige spielen, aus Frontmann G. Nyamjantsan (Jaya), der Flöte und Maultrommel spielt und N. Temuulen (Temka) an der dreisaitigen Laute Tovshuur, auch als mongolische Gitarre bezeichnet. Für den Oberton- und Kehlkopfgesang sind Jaya, Gala und Temka verantwortlich.

Eine ausgezeichnete Symbiose

Damit aus der traditionellen mongolischen Volksmusik ein fettes Rock- und Metalbrett wird, mischen Gitarrist A. Jambaldorj, Bassist B. Nyamdavaa, Drummer G. Odbayar und Perkussionist M. Unumunkh mit. Und das Oktett machte eindrucksvoll klar, dass traditionelle mongolische Musik mit modernem Rock und modernem Heavy Metal sehr wohl eine ausgezeichnete Symbiose eingehen kann.

Hinzu kommt, dass im Konzert – live auf der Bühne – die exotische musikalische Mixtur, welcher es auf Platte hin und wieder an Abwechslung fehlt, ihre volle Wucht entfaltet. Diese Wucht war auch in der Live Music Hall zu spüren. Die Fans ließen sich vom Rhythmus mongolischer Volksweisen, vom Rhythmus stampfenden Rocks einfach mal mitreißen. „Yuve Yuve Yu“ hatte schon fast den Charakter eines wilden Dorffestes, auf welchem munter durcheinander getanzt wird.

Viele Landsleute im Publikum

Nun gut – der Tanz auf einem Dorffest der Mongolei spiegelte sich in Köln eher durch Herumspringen mit Moshpitcharakter wieder. Egal, der Erfolg war da! Da spielte es auch keine Rolle, das bis auf die reichlich vertretenen Landsleute von The Hu – auffällig war der große Anteil von Zuschauern mit mongolischen Wurzeln – die Texte niemand verstand. Musik ist eben universell. In den Momenten, in denen Gitarre, Bass und Schlagzeug weniger zu tun hatten, die Rockmusik zurückgenommen war, wurde deutlich, wie urtümlich mongolische Musik ist. Und wie viel Mystik ihr innewohnt. Dann konnte man durchaus die Weite mongolischer Steppen und die Höhe mongolischen Himmels erfassen.

Konzertfotos von The Hu in der Kölner Live Music Hall

Mit der Ruhe war es aber stets vorbei, wenn Jaya seine wenigen englischen Ansagen in Form von „Let’s dance“ oder „Make some noise“ einstreute: Lautstarkes Skandieren des Bandnamens und andauerndes „Hu, Hu, Hu…“ durch das Publikum gab Ausdruck vom hohen Begeisterungspegel in der Halle. Nach knapp anderthalb Stunden endete dann der sehr erbauliche „mongolische Abend“ mit einem „Danke schön, Köln“ sowie dem obligatorischen Bandfoto auf der Bühne mit Publikum im Hintergrund. Ein wunderbarer Ausflug nach Ostasien! (Fotos: Helmut Löwe)

Setlist

– Shihi Hutu
– Shoog Shoog
– The Gereg
– Hohochu Zairan
– The Great Chinggis Khaan
– Uchirtai Gurav (Triangle)
– Shireg Shireg
– Bii Biyelgee
– Tatar Warrior
– Yuve Yuve Yu
– Wolf Totem
– Black Thunder
– This is Mongol
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– Sad but true (Metallica Cover)

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