Cover des Albums "Wasted on Youth" von The Molotovs

The Molotovs, „Wasted on Youth“ und die jugendliche Unbeschwertheit

Was soll man wohl tun, wenn man 17 Jahre und 19 Jahre alt ist und seine Freizeit ausfüllen möchte? Shoppen gehen? Abhängen und Party machen? Tiktok-Videos drehen? Sich nahezu nonstop in sozialen Medien rumtreiben? Oder Musik machen? Genau für das letzte hat sich das Geschwisterpaar Cartlidge entschieden. Zum Glück! Denn das, was der 17-jährige Mathew und die 19-jährige Issey als The Molotovs abliefern, ist eine sehr starke Mixtur verdammt frischen Retrorocks.

„Wasted on Youth“ heißt das Debütalbum der beiden. Und darauf arbeiten sich Matt und Issey an einer großen Bandbreite britischer Rockmusik vergangener Dekaden ab. Rock’n’Roll, Garage-Rock, ein bisschen Punkattitüde, Britrock und Britpop – alles dabei. The Molotovs nehmen sich musikalische Einflüsse der Beatles an, man wird Sounds wie die von The Jam gewahr und man hat das Gefühl, dass Oasis eine wichtige Rolle in der musikalischen Sozialisation von Matt und Issey spielen. All diese prägenden Einflüsse lassen The Molotovs in großer Leichtigkeit und jugendlicher Unbeschwertheit in ihren Songs zu.

Zwischen Rock’n’Roll- und Punkfeuer und Britpop

Mathew und Issey Cartlidge von The Molotovs im 60er-Jahre-Stil gekleidet.

„Wasted On Youth“ ist ein lebensbejahender Ausbruch aus New Wave, Punk, Indie und Garage, der mit dem mitreißenden „Get a Life” beginnt:  So heißt es im Pressetext zum Album. Und das stimmt, zumindest in Bezug aufs mitreißende „Get a Life“, voll und ganz. In knapp 2 Minuten bringen The Molotovs unbändig viel Rock’n’Roll- und Punkfeuer alter Schule unter. Mit dem folgenden „Daydreaming“ nehmen Matt und Issey ganz elegant die Kurve hin zum gitarrenorientierten Britpop. Anderes Genre, genauso viel Laune.

Ruhig können The Molotovs ebenfalls: „Nothing keeps her away“ ist von der Akustikgitarre getrieben und macht im Refrain sogar nicht mal vor einem „Uh, la-la-la“ halt. Und das ist an dieser Stelle keineswegs kitschig, sondern zeugt von Ironie – fein gemacht. Gitarrenpop greifen The Molotovs mit „Geraldine“ auf, das sich mit seinem sehr eingängigen Refrain problemlos in den Charts wiederfinden kann.

Mit Trends nichts am Hut

Mathew und Issey Cartlidge von The Molotovs mit ihren Instrumenten auf der Bühne.

Dass The Molotovs nicht viel übrig für aktuelle Trends der Musikindustrie haben, und sich viel mehr im Retrosound wohlfühlen, machen sie mit „Rhythm of Yourself“ klipp und klar: „Es geht um Individualität, darum, man selbst zu sein und sich nicht von Trends und Herdenmentalität beeinflussen zu lassen. Genauer gesagt geht es darum, in der Musikindustrie von Leuten über den Tisch gezogen zu werden, die versuchen, dich zu verändern, damit du den Trends folgst.“

Schön, dass es immer wieder Bands gibt, die sich der Traditionen der Rockmusik erinnern und diesen vermeintlich alten Klänge und Genres mit ihrer jugendlichen Unbeschwertheit eine ganz große Aktualität verleihen. The Molotovs erfinden den Rock nicht neu, sie lassen den Rock stattdessen wie brandneu klingen! (Foto oben: Derek Bremner; Foto unten: Aoife Hyland

„Wasted on Youth“ von The Molotovs hat mit elf Songs eine Spielzeit von 33:13 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Label Marshall Records und im Vertrieb von H’Art Musik.

Anspieltipps: Daydreaming, Come on now, Rhythm of Yourself

https://www.facebook.com/TheMolotovsLondon

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