In jüngster Zeit vernimmt man aus der Bundeshauptstadt eher wenig Erfreuliches: Mit der Bildung in Berlin hapert es, die Wohnungssituation ist mit dem Adjektiv „angespannt“ nur annähernd beschrieben, in Sachen Verkehr geht es drunter und drüber. Von vielen anderen Dingen ganz zu schweigen. Wie gut, dass es da die Musik gibt. Denn aus jenem Kulturbereich vernimmt man von der Spree zum Glück immer mal wieder Erfreuliches. Unter anderem von der Band Agatha is dead!. Das Ausrufezeichen ist an dieser Stelle kein überflüssiger Satzteil, sondern Bestandteil des Bandnamens.
Im Winter 2021 begann die Zusammenarbeit von Sängerin und Gitarristin Lilly Bartholomew-Günther sowie Gitarrist Noah Oisin O’Donoghue. Wenige Monate darauf stießen Bassist Arthur Melzow und Schlagzeuger Joey Ramone Hansen. Eine erste EP erschien 2025, und im Winter desselben Jahres wurden Songs geschrieben, wurde komponiert und kurz darauf – Anfang 2026 – das Material im Studio aufgenommen und abgemischt. Und mit „Concrete“ ist nun, im September 2026, das Debütalbum von Agatha is dead! am Start.
Was kann „Concrete“ musikalisch? Verdammt viel!

Was kann „Concrete“ musikalisch? Verdammt viel! Subsumieren lässt sich der Stil, in welchem sich die Berliner austoben, unter Post-Punk. Wenn man als Band mit den Post-Punk-Pionieren Joy Division oder den modernen Vertretern des Genres, Fontaines D.C. , in Verbindung gebracht wird, wenn zeitlose Größen wie The Cure als Inspiration herangezogen werden, dann muss man als Band schon verdammt viel tun, um solche riesigen Fußstapfen ausfüllen zu können. Und verdammt – Agatha is dead! gelingt dies ausgezeichnet. Ach ja, falls irgendwer Siouxsie and the Banshees oder The Chameleons heranziehen möchte, darf dies gerne tun: Auch jene Einflüsse klingen durch.
Meist fahren Agatha is dead! die schwungvolle und/oder tanzbare Schiene des Post-Punks. Die ruhigen Phasen beschränken sich auf die beiden Titel „Bedtime“ und „Outro (Farewell)“, welches das Ende von „Concrete“ markiert. Zwischen diesem und dem Intro, dessen Name genauso lautet, befinden sich, aufgereiht wie eine Perlenschnur, zwölf Songs, von denen alle qualitativ ganz weit oben rangieren. „Kind Regards“, das poppig wirkende „Instincts“ oder „Faster“, welches gar mit grungiger Attitüde aufwartet: Wer Ausfälle sucht, der sucht vergebens! Alles sehr gut, alles fein, alles quicklebendig! Ein erstaunliches Debüt!
Live gibt es das neue Songmaterial unmittelbar im Anschluss an die Albumveröffentlichung: Im Oktober 2026 geben Agatha is dead! mehrere Konzerte. 2027 setzt sich die Tour fort, im Februar geht es erneut durch die kleinen Hallen kreuz und quer in der Republik. Berlin ist dabei quasi Anfang und Ende: Das Releasekonzert am 11. September sowie der Tourabschluss am 25. Februar steigen in der Heimatstadt. (Foto: Marvin Machler)
„Concrete“ von Agatha is dead! hat mit 14 Songs eine Laufzeit von 42:13 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Label Duchess Box Records und im Vertrieb von H’Art.
Anspieltipps: Referential Excess, Kind Regards, Strangers
agathaiisdeadberlin.bandcamp.com
www.facebook.com/agathaisdeadband
Agatha is dead! live 2026 und 2027 in Deutschland
11.09. – Berlin, Rough Trade , Releasekonzert
16.09. – Hamburg, Reeperbahn-Festival, Live Music Hall
08.10. – Hannover, Cafe Glocksee
09.10 – Leipzig, Neumanns Tanzlokal
10.10. – Nürnberg, Zentralcafé
11.10. – Erfurt, Kulturzentrum Engelsburg
13.10. – Köln, Bumann & Sohn
14.10. – Mainz, Schon Schön
15.10. – München, Substanz
18.02. – Marburg, KFZ
19.02. – Bremen, Lagerhaus
20.02. – Bochum, Die Trompete
21.02. – Hamburg, Molotow
23.02. – Reutlingen, Franz K
24.02. – Dresden, Groove Station
25.02. – Berlin, SO36