The Horsehead Union geben Vollgas an der Rock’n’Roll-Front

The Horsehead Union – ein Bandname, bei dem man vielleicht an Indianer und Spirituelles denkt. An Musik, die mehr den Geist denn den Körper beseelt. Aber aus Schweden? Vielleicht sind’s ja doch irgendwelche Indierocker, so wie Mando Diao. Dann aber sieht man sich die fünf Bandmitglieder an und denkt sich: Da muss doch eher richtig rauher Rock in den Jungs stecken. Und genau das tut es. Denn wenn man das gleichnamige Debütalbum in den CD-Spieler schiebt und einem „Il Tempo Gigante“ entgegenschallt, dann ist das richtiger, schöner, derber aber melodischer Rock.

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„I heard the engine roar“, lautet eine Textzeile im Opener. Und diesen Motor, den lauten Rockmotor, hört man auf der Scheibe des Quintetts quasi ohne Unterlass. Es scheint bald so, als wenn The Horsehead Union immer unter Vollgas stehen, zumindest geben sie dies bis auf wenige Ausnahmen: Mit „Dead is better“ und Voodoo Woman“ ziehen die Schweden die Handbremse an und bewegen sich in bluesigen Gefilden. Zwischen den übrigen Uptemponummern kommen dem Hörer diese Ruhepausen sicherlich gelegen. Die rauhe Stimme von Sänger Sebastian Serio passt sowohl zum einen als auch zum anderen. Bei „Needle Fever“, einem Loblied auf die Körperkunst durch Tätowierung, bekommt die Truppe Unterstützung durch Maria Eriksson, die mit Serio ein gutes Duett abgibt.

Kurze Songs, lange, gute Soli

Von übermäßiger Länge sind die Songs zwar nicht – meist liegen sie, abgesehen von den beiden langsameren Titeln, um etwa 3 Minuten – weisen aber stets gelungene und verhältnismäßig lange, zum Teil zweistimmige Gitarrensoli auf, auf welche man bei der Konkurrenz oft genug verzichten muss. Man sieht, respektive hört, dass die beiden Gitarristen Linus Björklund und Jonas Mattsson ihr Handwerk verdammt sicher beherrschen. Immer wieder hat man den Eindruck, dass beide vehement vom Southern Rock beeinflusst sind, klingen die Soli doch fast so, als wenn Blackfoot, Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet Pate gestanden hätten. Solche Stilelemente tun den zum Teil doch recht ähnlich aufgebauten Songs sehr gut, bremsen die womöglich aufkommende Langeweile schnell aus.

Erik Linder ersetzt den bisherigen SängerDie Musik von The Horsehead Union, die sich 2009 gründeten, bereichert jede Plattensammlung, Autofahrt und Rockparty, der die Stimmung abhanden gekommen ist. Ein solch gutes Debüt, das kaum Abstriche zulässt, wünschen sich sicherlich auch andere Bands. Dass der Rock’n’Roll der Truppe auch live sehr gut rüberkommt, stellten die Zuhörer der „Night Of The Horsepower“ am 8. Juni in Hülsberg fest: Soulseller attestierte The Horsehead Union, „mit der Kraft einer Herde Wildpferde“ aufzuspielen. Rockfreunden kann die Scheibe voller Energie bedenkenlos ans Herz gelegt werden.

Neuer Sänger eingestiegen

Zukünftig muss man allerdings auf die Vokalkunst Sebastian Serios verzichten: Der Sänger ist kurz nach dem Erscheinen der Scheibe am 21. September raus aus dem Rennen bei The Horsehead Union und wurde durch Erik Linder ersetzt, wie die Band Ende September auf ihrer Facebookseite bekanntgab.

The Horsehead Union ist erschienen bei Ván Records und im Vertrieb bei Soulfood. Die zwölf Titel der Platte haben eine Laufzeit von 41:54 Minuten.

Anspieltipps: Il Tempo Gigante, Walking Disaster, Needle Fever

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