Metz tauchen schön tief hinein ins Lärmbad

Schon mal im Internet nach Noise-Rock gesucht? Egal ob mit Google, Altavista oder sonst irgendeiner Suchmaschine. In den Ergebnissen tauchen Bands wie Sonic Youth, Melvins, Butthole Surfers oder Iggy & The Stooges als „Großväter“ dieser Musikrichtung auf. So weit, so gut, so richtig.

Den Namen Metz wird man allerdings kaum finden. Was kein Wunder ist, denn schließlich existiert die Band erst seit 2008. Hätte sie es bereits früher gegeben, wäre sie wohl auch unter den in den Suchergebnissen üblicherweise aufgelisteten Bands gewesen. Jetzt hat das Trio aus dem kanadischen Toronto sein gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht. Und zwar beim Label Sub Pop, bei dem auch schon Nirvanas Debütalbum „Bleach“ erschien.

Der Opener „Headache“ macht deutlich, in welche Richtung Metz abzielen: Nichts für Freunde wohliger-poppiger-fröhlicher Klänge. Es rumpelt, es ist wüst und ungestüm. Eine Herausforderung für den abgefeimten Hörer, der mit extraordinärer, chartuntauglicher Kost etwas anfangen kann – Kopfschmerzen bleiben dem Titel zum Trotze aber aus.

Vom Probenraum direkt auf Platte

Die Gitarre von Alex Edkins kreischt und dröhnt sich durch die insgesamt elf Songs, seine Stimme kommt wütend und anscheinend ständig anklagend aus der Tiefe des Raumes. Ein bisschen hört sich Edkins an wie einst Johnny Lydon, der zunächst bei den Sex Pistols und später bei Public Image Ltd. das Mikrofon bearbeitete. Keine große und aufwändige Produktion will vom „Getöse“ ablenken – Musik, die offenbar direkt ohne Umschweife aus dem Probenraum kommt.

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Mit Rückkopplungen scheint es Edkins zu haben, haucht in dieser Art schließlich „Wet Blanket“ die letzten 30 Sekunden aus – immerhin ein Großteil des Songs. Nicht viel weniger rauh lassen es seine zwei Kollegen – Bassist Hayden Menzies und Schlagzeuger Chris Slorach – angehen: Zum Ende von „Wasted“ stimmen sie kräftig in Edkins‘ Lärmbad ein. Die lediglich eine knappe halbe Stunde laufende Scheibe mündet mit „–))–“ in ein aus der Stille kommendes, ungehörig-profanes und lautes Verstärkerbrummen. Musik also für Hartgesottene, die kein wohliges Popgedudel hören, sondern sich aufregen lassen wollen.

Das gleichnamige Debütalbum von Metz ist erschienen am 5. Oktober beim Label Sub Pop und wird vertrieben von Cargo Records.  Die elf Songs (der letzte, „–))–„, ist nicht auf dem Cover aufgelistet) haben eine Laufzeit von 29:44 Minuten.

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