Nichts

Hallo Kartoffelsalat – aus altem Nichts wird neues Nichts

Nichts zeigte, dass Düsseldorf mehr konnte, als elektronische Musik von Kraftwerk oder der Deutsch Amerikanischen Freundschaft, kurz DAF. Die Band widmete sich zu Beginn der 80er Jahre nicht ganz so stürmischem Punk sowie Independentrock – und weil Andrea Mothes auf Deutsch sang, verorteten Kritiker und Plattenmenschen sie in die Neue Deutsche Welle.

Doch Nichts hatten mit seichtem Pop und Rock a la Fräulein Menke, Markus oder UKW genauso wenig zu tun wie Ideal, Extrabreit oder Fehlfarben. Denn der Gebrauch der deutschen Sprache diente diesen Bands weniger dazu, um über Knutschflecke, Tretboote in Seenot oder Sommersprossen zu singen, sondern über Themen kritischer, unschöner, manchmal auch dystopischer Art.

Es gibt immer noch Nichts

Nichts gibt es immer noch – na gut, nicht mehr ganz so intensiv wie zu Beginn der 80er Jahre, aber dennoch, sogar mit Konzerten. Und mit einem Remix des Liedes „Eingeschlossen“ vom Debütalbum, welchem DJ Hell in seinem „Total Lockdown Remix“ elektronischen Wumms verpasste.

Nun, 40 Jahre nach der Gründung, nimmt sich die Band um Gründungsmitglied und Gitarrist Michael David Clauss dann mal die Muße, die beiden ersten Platten Nichts‘ neu aufzulegen – quasi aus altem Nichts mach neues Nichts. „Made in Eile“ und „Tango 2000“ wurden überarbeitet und aufpoliert, erscheinen in farbigem Vinyl und als CD mit umfangreichem Booklet.

Na, dann macht man als Fan halt daheim das „Licht aus“, sagt zur Speise „Hallo Kartoffelsalat“, gönnt sich für „ein deutsches Lied“ „10 Bier zuviel“, starrt auf „weiße Wände“ und macht sich „schwarze Gedanken“. „Im „Radio“ wird das Material wohl kaum zu hören sein – egal, macht ja „Nichts“. (Foto: Markus Luigs)

nichts-band.de

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