Cover von World Below von Baby Strange

Baby Strange, „World Below“ und cooler, hibbeliger Indiepoprockradau

Schotten gelten gemeinhin ja als geizige Zeitgenossen. Dass Schotten in Sachen Musik aber alles andere als knickerig sind, das beweisen drei Musiker aus Glasgow: Johnny Madden und die Brüder Connaire sowie Aidan McCann schenken uns als Baby Strange nämlich spendabel, ganz reichlich und gut ein: Ihr zweites Album „World Below“ strotzt nur so vor coolem Postpunk, angereichert durch schnoddrigen Indierock und übergossen mit wavigem Dancefloorradau.

Gut ein Jahr nach dem Erscheinen der exorbitant guten EP „Land of Nothing“ legen Baby Strange in demselben Habitus nach. Das ist jetzt zwar nicht besser als der Arschtritt von „Land of Nothing“, aber allemal ebenso gut. Wunderbar düster klingen die Songs, gleichzeitig wirkt unbändige Kraft auf den Hörer ein. Ein sehr oft hibbeliges Schlagzeug – so wie auf „Beating in Time“ oder „I feel so cold but it’s warm outside“ – wirkt wie eine aufmunternde Pille. Gitarren klingen irgendwo zwischen schnippischer Melancholie („World Below“) und aufscheuchendem „Hoppla jetzt“ („Midnight“).

Ein Bild auf die Schnelle

Baby Strange, BandfotoMan stelle sich mal vor, Simple Minds und The Cure der ersten Stunde, Blur, Roxy Music, New Order sowie die ein oder andere Postpunkband hatten sich zusammengetroffen, um gemeinsam Songs aufzunehmen. Vielleicht wäre dabei so etwas wie die Kompositionen von Baby Strange herausgekommen. So in etwa wäre jemandem die Musik der Schotten beschrieben, der sich auf die Schnelle ein Bild machen will.

Meist sind die Lieder ausgiebig in der Lage, auf den Tanzflächen düsterer Waveclubs und Indiediscos wildes Treiben zu verursachen. „Midnight“ ist ein Paradebeispiel dafür. Zwischendurch allerdings nehmen Madden und die McCann-Brüder das Tempo raus, gönnen uns leicht düstere Stimmung. „Only feel it when I’m with you“ gehört zu diesen Titeln. Hier steuert Hayley Mary von den australischen Alternative-Rockern The Jezabels melancholischen Gesang bei. Mit „World Below“ präsentieren sich Baby Strange mal wieder von sehr starker Seite und gönnen uns hochmodernen und melodischen Postpunk. (Foto: Daniel Blake)

„World Below“ von Baby Strange hat mit zehn Songs eine Laufzeit von 33:07 Minuten. Erschienen ist das Album dem Label Icons Creating Evil Art und wird von Rough Trade vertrieben.

Anspieltipps: Under the Surface, Only feel it when I’m with you, 0141, Midnight

www.facebook.com/babystrangemusic

babystrange.bandcamp.com

soundcloud.com/babystrange

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