Cover des Albums "The Phantom Void" von Long Distance Calling

Long Distance Calling machen Düsternis in „The Phantom Void“ strahlen

Wenn Long Distance Calling ein neues Album veröffentlichen, dann stellt sich die Frage „Ist es gut?“ den Fans und Kritikern üblicherweise weniger. Was sich allerdings dann fast jeder fragt, ist: „Wie gut ist’s diesmal?“ Denn die vergangenen Platten des Münsteraner Instrumentalrockkollektivs schnitten in nahezu allen Rezensionen und Bewertungen durch Fans gut, sehr gut und besser ab. Und diesmal ist das keinesfalls anders: Das neue Studioalbum von Long Distance Calling namens „The Phantom Void“ ist nicht nur sehr gut, es ist exzellent. Exzellent und düster zugleich.

Über den sieben Songs und den knapp 46 Minuten liegt eine düstere, manchmal morbide Stimmung. Eine Düsternis, welche die Leere füllt. Diese Düsternis jedoch erhellen Long Distance Calling durch ausgezeichnetes Songmaterial. Durch Songmaterial, welches die Fähigkeiten der Musiker an ihren Instrumenten an allen Ecken und Enden offenbart. „Das ganze Album ist ja nicht nur ein Jubiläumsalbum zu 20 Jahren Long Distance Calling, sondern auch so ein bisschen die Essenz dessen, was uns als Band ausmacht.“ So sagt es Schlagzeuger Janosch Rathmer im Interview mit jazzandrock.com.

Einstieg ins Soundgeschehen

Mit „Mare“ schaffen die Gitarristen David Jordan und Florian Füntmann, Bassist Jan Hoffmann und Rathmer den Einstieg ins Soundgeschehen. Mit knapp vier Minuten Länge wäre dies für viele andere Bands ein kompletter Song, für die Verhältnisse von „The Phantom Void“, dessen andere Songs über sechs Minuten dauern, wirkt „Mare“ eher wie ein sehr, sehr langes Intro. „The Spiral“ fesselt mit ungewöhnlicher Gitarre, viel Dynamik und zwischendurch treibendem Spiel.

Die vier Mitglieder und Musiker der Band Long Distance Calling

Apropos Dynamik: Wie man es von Long Distance Calling kennt, ist diese auch diesmal ein wichtiger Bestandteil des Albums. Ausdrücklich auch in „Nocturnal“. Schwermetallisch, wie ein Orkan, gebärdet sich der Titel. Ein Rifffeuerwerk reiht sich ans andere – allerdings nur zweidreiviertel Minuten lang, dann nämlich wird es schlagartig fast schon ruhig. Wie von einem Lufthauch getragen mäandern die Gitarren, um wiederum zweieinhalb Minuten später erneut zu explodieren. War das jetzt das Auge des Orkans, dessen Windstille von tosendem Sturm eingezwängt ist?

Fesselnde Kompositionen

Ähnlich Abwechslung weist „Shattered“ auf, dessen ruhige Momente durch lautes und heftiges Metalrumoren übertönt werden. Hier jedoch entwickelt sich Dynamik jeweils in die eine und in die andere Richtung, keine urplötzlichen Brüche überraschen den Hörer. Egal ob langsame Entwicklung, ob düstere Stille, ob dunkel-bedrohliches Klanggewitter: Stets und an jeder Stelle des Albums fesseln die Kompositionen Long Distance Callings auf „The Phantom Void“ den Hörer. Sollte man jemals von einer düsteren Leere heimgesucht werden, dann bitte von einer solchen, wie sie das Münsteraner Quartett schafft. Diese strahlt nämlich! (Foto: Andre Stephan)

„The Phantom Void“ von Long Distance Calling hat mit sieben Songs eine Spielzeit von 45:49 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Label Earmusic und wird vertrieben von Kontor New Media/Edel Germany.

Anspieltipps: The Spiral, Nocturnal, Shattered

www.longdistancecalling.de

www.facebook.com/longdistancecalling

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