Kryptos - Cover von Force of Danger

Kryptos und „Force of Danger“ – so klingt der Heavy Metal Indiens

Für ganz viele Hörer ist der Kontinent Asien doch eher unbekanntes Terrain in Sachen Heavy Metal. Na gut, von Japan mit Loudness und anderen Ländern Südostasiens – kommen Chtonic nicht aus Taiwan? –  muss man mal absehen. Doch wer kennt außer The Hu aus der Mongolei denn wohl weitere halbwegs bekannte Bands aus den Staaten des bevölkerungsreichsten Kontinents? Und wenn das Gespräch dann auf Indien kommt, ist meist schnell Ebbe in Sachen Schwermetallmusik.

Kryptos allerdings bringen etwas Licht ins schwarze Loch der Heavy-Metal-Szene des Subkontinents. Das Quartett, das seit 1998 von Bangalore aus sein metallisches Unwesen treibt, hat tatsächlich schon eine Menge Platten veröffentlich. Und – man will es kaum glauben – war bereits zweimal auf dem Wacken-Open-Air zu Gast. Nun haben Kryptos ein neues Album am Start, das sechste mittlerweile. „Force of Danger“ heißt die Scheibe, die sich ein bisschen anhört wie eine Zeitreise in die 80er Jahre.

„Flagge des traditionellen Metals“

Kryptos„Sie lassen weiterhin die Flagge des traditionellen Metals auch in die Zukunft und darüber hinaus wehen“, lässt uns das Label AFM-Records wissen. Die Flagge des traditionellen Metals wehen lassen – das trifft es genau. Denn auf „Force of Danger“ knallt uns riffgetriebener Heavy Metal entgegen. Mal wuchtig und stampfend wie „Shadowmancer“, mal in speedmetalartiger Hochgeschwindigkeit wie „Raging Steel“. Das ist jetzt weder enorm modern noch mörderisch ausgefuchst, wird aber wohl allen Metalfans, die mit der NWOBHM und den ersten Thrashprotagonisten wie Anthrax, Anvil oder Exodus groß geworden sind, zum Wohlgefallen dienen.

Kompositorische Meisterleistunngen vollbringen Sänger und Gitarrist Nolan Lewis, Gitarrist Rohit Chaturvedi, Bassist Ganesh K und Schlagzeuger Vijit Singh nicht unbedingt. Dafür klingen die acht Titel, je nach geschwindigkeitsbedingter Ausprägung, doch allzu ähnlich. Dennoch muss man dem Enthuasiasmus einer Heavy-Metal-Band, welche in einer durch Kastenwesen und traditionellen Einschränkungen geprägten Gesellschaft unverdrossen ihren Weg macht, Tribut zollen. Wenn „Force of Danger“ 40 Jahre zuvor erschienen wäre, dann wäre man sicherlich ziemlich baff gewesen. Mit einigen kleinen Abstrichen gefällt einem das Ergebnis allerdings auch heute ziemlich gut! (Foto: Pritham D’Souza)

„Force of Danger“ von Kryptos hat mit acht Songs eine Laufzeit von 35:37 Minuten. Das Album ist erschienen auf dem Label AFM-Records.

Anspieltipps: Raging Steel, Hot Wired, Nighthawk,

www.kryptosmetal.com

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